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Hornissennest an Schwimmbad zerstört: Art streng geschützt - 50.000 Euro Geldbuße möglich

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Von: Roland Lory

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Unterm Dach des Schwimmbadgebäudes, wo die Latten wegstehen, befand sich das Hornissennest.
Unterm Dach des Schwimmbadgebäudes, wo die Latten hervorstehen, befand sich das Hornissennest.  © Privat

Am Ohlstädter Schwimmbad ist ein Hornissennest zerstört worden. Doch die Insekten sind streng geschützt - und der Gemeinde droht nun eine saftige Strafe.

Ohlstadt – Sie sind streng geschützt und heuer in unseren Breiten vermehrt anzutreffen. Die Rede ist von Hornissen. Nun ist in Ohlstadt ein Nest zerstört worden. Das Landratsamt bestätigt entsprechende Informationen des Tagblatts. Das Nest befand sich offenbar am Schwimmbad-Gebäude. Für die Anlage ist die Gemeinde Ohlstadt zuständig.

Das Landratsamt sagt zur Örtlichkeit nichts. Die Behörde erhielt nach Angaben von Sprecher Stephan Scharf am Montag, 22. August, „Kenntnis darüber, dass in Ohlstadt ein Hornissennest zerstört wurde“. Um den Sachverhalt zu ermitteln, fragte die Kreisbehörde ihm zufolge noch am selben Tag bei der Gemeinde nach.

Hornissennest am Schwimmbad in Ohlstadt zerstört: Kreisbehörde prüft den Fall

Dort war gestern nichts in Erfahrung zu bringen. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) ist im Urlaub, Stellvertreter Franz Gaisreiter (CSU/DGO) eigentlich auch, ist aber quasi in Bereitschaft. Der Vizebürgermeister konnte gestern jedoch nichts zur Aufklärung beitragen. Ihm sei der Vorfall nicht bekannt. Auch im Rathaus weiß man nichts.

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Das Landratsamt ist dabei, die Sache zu prüfen: „Sobald nähere Erkenntnisse in der Angelegenheit vorliegen, wird über das weitere Vorgehen entschieden“, teilt Scharf mit. Mirjam Reith, Vorsitzende des Murnauer Imkervereins und Hornissen- und Wespenberaterin für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, hat sich die Örtlichkeit angesehen.

Sie findet den Fall „erschreckend“. Reith erwartet, „dass dem Ganzen nachgegangen wird“ und vor allem, „dass man die Bürger aufklärt“. Es habe „keine unmittelbare Gefahr bestanden“. Man hätte aus ihrer Sicht auch die Treppe sperren können, über der sich das Nest befand.

Tote Hornissen liegen im Bereich des Balkons beziehungsweise der Stahltreppe.
Tote Hornissen liegen im Bereich des Balkons beziehungsweise der Stahltreppe.  © Privat

Fest steht: Alle Hornissenarten zählen entsprechend der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Arten. „Gemäß § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, die Tiere zu verletzen oder zu töten, und es ist verboten deren Nester zu beschädigen oder zu zerstören“, sagt Scharf.

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Wer dies missachtet, handelt ordnungswidrig. Für die Verfolgung ist die Kreisbehörde zuständig. „Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Verwarnung oder einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro geahndet werden.“ Ob ein solches Verfahren eingeleitet, darüber wird erst entschieden, wenn die näheren Umstände bekannt und die Betroffenen angehört worden sind.

Hinweis

Bei Problemen mit Hornissen kann man sich an die Wespen- und Hornissenberatung wenden. Kontakt: https://www.lra-gap.de/de/wespen-und-hornissenberatung.html.

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