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„Das wird verdammt knapp“: Grüne Wiesen vor Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen

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Von: Carina Zimniok

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Das Hornschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen kann stattfinden. Der Schneemangel stellt die Organisatoren aber vor große Herausforderungen.

Garmisch-Partenkirchen – Die besten bayerischen Hornschlittenfahrer, Teamname „Hornados“, werden am Donnerstagabend in Sulzberg, Allgäu, ihren Anhänger beladen, am Freitag früh aufstehen und nach Garmisch-Partenkirchen fahren. „Das machen wir schon über 20 Jahre“, sagt Manfred Herb, 50. Er sitzt auf dem Schlitten an dritter Stelle, „die unwichtigste Position“, sagt er.

So sollte es aussehen (l.) und so sieht es aktuell aus (r.): Das Hornschlittenrennen in Garmisch soll trotz katastrophaler Schneelage trotzdem irgendwie stattfinden.
So sollte es aussehen (l.) und so sieht es aktuell aus (r.): Das Hornschlittenrennen in Garmisch soll trotz katastrophaler Schneelage trotzdem irgendwie stattfinden. © Balk/dpa/Sehr

Mit seinen Mitfahrern Klaus Frenzel (Platz 1), Günter Geisenhofer (3, Bremse) und Anton Mayr (4) waren sie beim letzten Rennen vor drei Jahren das beste bayerische Team – das wollen sie heuer auch schaffen. Aber in diesem Jahr sind die Bedingungen, nun ja, besonders. Es fehlt nämlich Schnee. Und Training.

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Hornschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen: Schneeberg geschmolzen

Die Schneevorräte schmelzen: Peter Strodl vom Hornschlittenverein steht auf der grünen Piste.
Die Schneevorräte schmelzen: Peter Strodl vom Hornschlittenverein steht auf der grünen Piste. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Schon vor Wochen haben die Organisatoren des berühmten Hornschlittenrennens im Garmisch-Partenkirchner Skistadion Schnee hergestellt. „Als es Mitte Dezember so kalt war, ging das gut“, sagt Vereinssprecher Christian Herzog. 25 Lastwagen voll Schnee kamen auf einen riesigen Berg. Doch davon ist nach den warmen Tagen nicht mehr viel übrig, „vielleicht noch 18 Lkw“, schätzt Herzog. Ein bisschen was wird noch hergekarrt, wenn der Slalom am Donnerstag rum ist und der Schnee dort nicht mehr gebraucht wird. Die Skigebiete rundherum, die den Organisatoren in schneearmen Jahren ausgeholfen haben, sind selber froh um jedes Flöckchen.

„Es wird verdammt knapp“, sagt Herzog. Mit dem vorhandenen Schnee werden sie am 5. Januar die Schlittenabfahrt präparieren – statt 1,1 Kilometer wird sie nur 800 Meter lang werden. Und sie wird auch nur so breit wie unbedingt nötig. Aber die Hauptsache ist: „Das Rennen am Dreikönigstag findet statt“, sagt Herzog, auch wenn es im Verein viele Zweifler gegeben habe – und gibt.

Hornschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen: Traditionsabfahrt findet statt

Im Flug ins Ziel: Ein Team beim Hornschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen.
Im Flug ins Ziel: Ein Team beim Hornschlittenrennen Garmisch-Partenkirchen. © Matthias Balk

Dass das Rennen stattfindet, darüber sind Teilnehmer wie die „Hornados“ um Manfred Herb froh. „Toll, wie die Garmischer anpacken“, sagt der Allgäuer. Sein Verein tritt mit vier Schlitten an – ein Team besteht aus Anfängern, die aufgrund des Schneemangels kaum trainieren konnten. „Am Hahnenkamm dürfen sie unten an der Piste ein wenig üben“, erzählt Herb. Auch er selbst hätte gerne ein wenig geprobt – doch seine Anfragen wurden von den Betreibern der Allgäuer Skigebiete aus Angst um ihre empfindlichen Pisten abgelehnt.

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Christian Herzog hofft, dass bei den milden Temperaturen der Schnee reicht und die Abfahrt hält. Sie wird gesalzen, damit sie schön eisig ist. Aber trotzdem sagt Herzog: „Die ersten 20, 30 Fahrer haben einen Vorteil.“ Wenn sich morgen Abend die Hornschlittenfahrer in Garmisch-Partenkirchen zur Startnummern-Auslosung treffen, wird es deshalb besonders spannend. Und das Allgäuer Team kann es kaum erwarten, mit vollem Tempo bergab zu fahren. Ohne Angst, aber mit ganz viel Spaß. Und halt bei Plusgraden. CARINA ZIMNIOK

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