Wir haben mit dem echten gesprochen

Hubert Staller ist gar kein Polizist

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„Hubert und Staller“: Die zwei TV-Polizisten, dargestellt von Helmfried von Lüttichau (li.) und Christian Tramitz, verbeißen sich an diesem Mittwochabend um 18.50 Uhr in der ARD in ihren 100. Fall.

An diesem Mittwoch flimmert die 100. Folge der Vorabend-Krimiserie „Hubert und Staller“ über die TV-Bildschirme. Wir haben mit dem echten Hubert Staller gesprochen. Er lebt in Traunstein, ist 53 Jahre alt und von Beruf Bautechniker.

Wolfratshausen/Truchtlaching– Seit sechs Jahren ermitteln Christian Tramitz als Franz „Hubsi“ Hubert und sein Schauspielerkollege Helmfried von Lüttichau als Dorfpolizist Johannes Staller in der Flößerstadt und Umgebung. Mit großem Erfolg: Ihre Aufklärungsquote ist beachtlich, die Zuschauerzahl ebenfalls. Laut ARD sahen die Folgen der sechsten Staffel in diesem Herbst durchschnittlich jeweils rund 2,36 Millionen Menschen zwischen Sylt und Garmisch-Partenkirchen.

Ein Namensrätsel

Hubert Staller Der 53-Jährige ist Bautechniker und lebt im Landkreis Traunstein.

Einen der Fans der ARD-Vorabendserie, die ein ganz besonderes Verhältnis zu Hubert und Staller haben, hat unsere Zeitung ausfindig gemacht: Bautechniker Hubert Staller aus Truchtlaching in der Gemeinde Seeon-Seebruck im Landkreis Traunstein. „Ich rätsel’ bis heute, wie die auf den Namen ,Hubert und Staller‘ gekommen sind“, sagt der 53-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung und lacht. Nein, Kontakt zwischen ihm und den Serien-Verantwortlichen oder den zwei Hauptdarstellern gebe es nicht. „Meine Frau hat zwar immer wieder angeregt, dass ich mal aktiv werden sollte, aber bis heute habe ich nichts unternommen“, berichtet Staller, der seit 2013 im Bauamt der Stadt Trostberg arbeitet.

Nachdem die ARD-Serie – die erste Folge war am 2. November 2011 zu sehen – mittlerweile bundesweit bekannt ist, häufen sich für Staller die kuriosen Begebenheiten: „Wenn Bürger oder Unternehmer hier im Bauamt anrufen und ich mich mit ,Hubert Staller, Grüß Gott‘, melde, muss der eine oder andere schon mal lachen.“ Zu Beginn der TV-Serie feixten natürlich auch seine drei erwachsenen Kinder und seine Ehefrau: „Die mussten schon lachen, wenn der Schriftzug ,Hubert und Staller‘ im Fernsehen gezeigt wurde.“ Auch bei der Jagdgenossenschaft Truchtlaching, deren Vorstand Staller ist, hat sich die kuriose Namensgleichheit natürlich schnell herumgesprochen: „Wenn bei der Jagdgenossenschaft etwas aufgeklärt werden muss, wird das natürlich zunächst Hubert Staller angetragen“, so der 53-Jährige mit einem Augenzwinkern. Auch der Postbote und der Mann vom Pizza-Lieferdienst können sich an der Haustür von Hubert Staller in Truchtlaching ein Grinsen manchmal nicht verkneifen. Ähnliches gilt bei Telefongesprächen mit Freunden der Familie Staller in Wolfsburg: „Die kennen die Serie natürlich auch.“

Krimi-Freund würde nie auf sein Namensrecht pochen

„Es gab eine Zeit, da konnte ich alle diese Witzchen langsam schon nicht mehr hören“, stellt Staller fest. Doch mittlerweile habe sich das Ganze beruhigt. „Außerdem mag ich die Serie und vor allem den Schauspieler Christian Tramitz, das ist ein cooler Typ“, sagt Staller. Sich selbst erkenne er allerdings weder in der Figur des Franz Hubert noch in der des Johannes Staller wieder.

Dass er bei der ARD auf sein Namensrecht pocht? „Nein“, beteuert der Krimi-Freund, das sei ihm nie in den Sinn gekommen. Allerdings würde er sich „wahnsinnig“ freuen, wenn er einmal live bei einem Drehtermin dabei sein dürfte. „Vielleicht könnte ich sogar eine kleine Statistenrolle übernehmen?“ Und natürlich beschäftigt Staller bis auf den heutigen Tag die Frage: „Wieso heißt die Serie ,Hubert und Staller‘“?

„Die Namensfindung war ein Entwicklungsprozess“

Wie sollen die Ermittler im oberbayerischen Wolfratshausen heißen? Diese Frage stellte sich den sogenannten Head-Autoren der ARD-Vorabendserie „Hubert und Staller“, Oliver Mielke und Philip Kaetner, vor rund sieben Jahren. Einen spontanen Einfall hatten die zwei nicht, „die Namensfindung war ein Entwicklungsprozess“, berichtet eine Mitarbeiterin der Produktionsfirma auf Nachfrage unserer Zeitung. Vorschläge habe es viele gegeben, darunter „Hansi und Hubsi“. Dies erschien den Kreativen jedoch als „zu kindlich“. Schließlich sei die Wahl auf „Hubert und Staller“ gefallen. Eines steht laut Produktionsfirma fest: Ein konkretes Vorbild „hat es nicht gegeben“, auch der Traunsteiner Hubert Staller sei definitiv nicht der Namensgeber für das beliebte Ermittlerduo gewesen. Bleibt abzuwarten, wie die Head-Autoren auf den angekündigten Ausstieg des Schauspielers Helmfried von Lüttichau alias Hubert Staller aus der Serie reagieren werden. Wie berichtet hängt Lüttichau seine Polizeiuniform an den Nagel. Die Krimiserie, die in der Stadt Wolfratshausen und Umgebung spielt, soll laut Produktionsfirma aber auch nach dem Abschied Lüttichaus über das Jahr 2018 hinaus fortgesetzt werden. Details sind noch nicht bekannt.

„Alles wird gut“

heißt die 100. Folge der ARD-Vorabendserie „Hubert und Staller“. Sie wird an diesem Mittwoch um 18.50 Uhr ausgestrahlt. Weiter geht’s mit 16 Folgen der siebten Staffel am 29. November jeweils mittwochs um 18.50 Uhr.

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