Familie aus Türkenfeld trauert

Tierköder-Attacke: Kira stirbt nach Höllenqualen

Türkenfeld - Seit knapp zwei Monaten legt ein Hundehasser Giftköder in der Region aus. Mehrere Tiere haben die Klumpen gefressen und Höllenqualen durchlitten. Nun ist einer verendet: Familie S. trauert um Hündin Kira.

Der Schöneberg ist ein beliebtes Ziel bei Hundebesitzern, viele drehen dort ihre tägliche Runde beim Gassigehen. So auch Familie S. aus Zankenhausen. Neulich büchste deren Hündin plötzlich aus. „Wir haben uns noch gewundert, eigentlich hört Kira sehr gut auf uns“, berichtet Karin S. „Aber wir haben uns nichts dabei gedacht, schließlich ist sie wieder aufgetaucht und hat sich ganz normal verhalten.“

Doch am nächsten Morgen ging es Kira im wortwöchtlichen Sinne hundeelend. „Sie hat nichts mehr angerührt, sich mehrfach heftig erbrochen“, erinnert sich S. Die Familie fuhr in eine Tierarztpraxis nach Eching, doch dort konnte nichts Auffälliges festgestellt werden. Der Bordercollie-Schäferhund-Mischling bekam eine Spritze gegen Übelkeit und durfte wieder nach Hause.

„Später hat sie im Garten getollt und gebellt. Sie war munter und glücklich“, erzählt die Besitzerin. „Aber plötzlich knickten ihre Beine weg.“ Diesmal fuhr Familie S. in die Tierklinik nach Kaufering. Bei der Ankunft in der Tierklinik fiel das Tier ohnmächtig aus dem Auto. Die zuständige Tierärztin Nina Langenbeck erkannte sofort: „Es spricht alles für einen ganz massiven Giftköder.“

Erst am Behandlungstisch kam die junge Hündin wieder zu Bewusstsein. „Danach gings stetig bergab, ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich drastisch“, erinnert sich Karin S. Der junge Mischling musste mehrfach stark erbrechen, konnte Kot und Urin nicht mehr halten. Das Maul war mit Schleim und Schaum verschmiert. „Die Hündin war komplett dehydriert, am Ende hatte sie Kammerflimmern“, berichtet Tierärztin Langenbeck. Nur knapp eineinhalb Stunden nach Ankunft in der Praxis verstarb Kira. „An Pestiziden stirbt kein Hund so schnell, das Zeug ist im Normalfall nach mehrfachem Erbrechen wieder raus“, erklärt die Tierärztin. „Außerdem war Kira bis zum Schluss bei vollem Bewusstsein, das ist extrem ungewöhnlich.“

Familie S. trauert nun um ihren jungen Begleiter, besonders die Kinder kommen nur schwer über den Verlust hinweg. Sie haben deshalb Warnhinweise in der Umgebung ausgehängt und auch die Polizei sucht nach dem Täter.

Tierschützer aus dem Würmtal haben sogar 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Tierärztin Nina Langenbeck ist entsetzt: „Ich habe viele Vergiftungen im Laufe des Jahres behandelt, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Das war schon jenseits von Gut und Böse.“

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