Hund fällt in Loisach: Frau bei Rettungsversuch beinahe ertrunken

Eurasburg - Um ein Haar wäre eine Frau nahe des Loisachwehrs bei Eurasburg ertrunken. Rettungskräfte konnten sie vor Ort reanimieren. Sie schwebt in Lebensgefahr

Der Spaziergang mit ihrem Hund entlang des Loisachwehrs bei Eurasburg endete für eine 52-jährige Eurasburgerin am Mittwoch fast tödlich. Laut Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, führte die Frau ihren Hund gegen 12.30 Uhr Gassi. „In Wehr-Nähe warf sie dem Hund immer wieder ein Stöckchen ins Wasser“, berichtet eine 19-jährige Augenzeugin. Als der Hund es nicht mehr allein an Land zu schaffen schien, stieg die Frau nach Polizeiangaben selbst in die Loisach und wurde von Wirbeln unter die Wasseroberfläche gezogen.

Bilder vom Unfallort

Hund fällt in Loisach: Frau bei Rettungsversuch beinahe ertrunken

Per Handy alarmierte die 19-jährige Eurasburgerin die Rettung. Die Feuerwehren Eurasburg und Wolfratshausen, das Rote Kreuz, die Wolfratshauser Wasserwacht und die Polizei rückten an. In der Zwischenzeit hatte der Freund der Augenzeugin, ein 21-jähriger Wolfratshauser, den bereits leblos im Wasser treibenden Körper der Frau gepackt und an Land gezogen. Herbeigeeilte Passanten halfen dem 21-Jährigen bei den Maßnahmen zur Wiederbelebung, berichtet die Augenzeugin weiter. Der Hund sei mittlerweile aus eigener Kraft ans Loisachufer geschwommen.

Laut Polizeisprecher Guske reanimierten und stabilisierten die Sanitäter die verunglückte Frau soweit, dass sie mit dem Hubschrauber Christoph München der Deutschen Luftrettung in ein Münchner Klinikum geflogen werden konnte. Die 52-Jährige schwebe, hieß es bei Redaktionsschluss, in Lebensgefahr.

Auch der 21-jährige Wolfratshauser, der die Frau mit seinem Eingreifen vor dem Ertrinken gerettet hatte, sowie drei weitere Passanten wurden vor Ort medizinisch versorgt. „Anfangs vermuteten wir eine weitere Person in der Loisach. Deshalb begannen wir, den Fluss abzusuchen“, berichtet der zuständige Kreisbrandmeister Paul Wenus. Zur Überwachung einer Loisachbrücke habe er zusätzlich die Geltinger Feuerwehr alarmiert. „Die Suche wurde eingestellt, als klar war, dass sich keine weitere Person im Wasser befand.“ Vier Rettungstaucher, die zum Wehr beordert worden waren, mussten nicht in die Loisach steigen. Das Gerücht, wonach ein Passant während des Unglücks eine Herzattacke erlitten habe, konnte die Polizei nicht bestätigen.

Die 19-jährige Augenzeugin, die die Rettungskräfte verständigt hatte, schildert den Unfallhergang noch etwas ausführlicher: „Bevor die Frau ins Wasser ging, bat sie meinen Freund, ihren Hund zu retten. Nach kurzem Zögern stieg er in den Fluss, bekam aber Probleme, sich oben zu halten.“ Anschließend sei ihm die Frau in die Loisach gefolgt und untergegangen. „Mein Freund und mein Papa zogen ihren leblosen Körper mit letzter Kraft ans Ufer und begannen mit der Wiederbelebung.“ Den genauen Unfallhergang ermittelte die Kriminalpolizei Weilheim gestern Abend in Gesprächen mit den Augenzeugen.

von Sebastian Dorn

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