Hund "Sunny" verendet in illegaler Schlagfalle

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Die Besitzerin des getöteten Tieres, Manuela K. (34) am Tatort bei Jakobneuharting.

Ebersberg - Es hätte ein normaler Sonntagsspaziergang werden sollen. Für „Sunny“ endete der Ausflug tödlich. Der zweijährige Mischlingshund geriet in eine Drahtbügelfalle. Das Tier brauchte endlose zehn Minuten, bevor der Tod durch Ersticken sein Leiden beendete.

Peter L. (56) ist von Beruf Schlosser und kräftig. Er ging mit zwei Hunden in der Gemeinde Frauenneuharting im Landkreis Ebersberg Gassi. Ein Labrador-Border-Collie-Mix und ein Retriever-Labrador-Mischling begleiteten ihn. Der Mann schaffte es aber trotz aller Anstrengung nicht, den röchelnden Hund aus dem eisernen Griff der Falle zu befreien, die ein Unbekannter zwischen Stachet und Tegernau mitten auf einem freien Feld ausgelegt hatte. „Mein Vater macht sich jetzt Vorwürfe“, sagt Sohn Andreas L.. „Dabei kann er doch gar nichts dafür.“ Die Falle kann nämlich auch ein kräftiger Mann nur mit einer großen Zange öffnen. „Keine 50 Meter weiter waren Kinder beim Schlittenfahren“, sagt Ingrid L. fassungslos. „Die Schlagfalle war offen auf einer Wiese ausgelegt, so dass jederzeit nicht nur jeder Hund, sondern auch jeder Querfeldein-Spaziergänger hineintreten kann.“

Der Hund gehörte Manuela K. (34), die mit dem Sohn von Peter und Ingrid L. befreundet ist. „Wir hatten das Tier jetzt seit zwei Jahren“, berichtet Andreas L. Als sein Vater den Ort des Unglücks verlässt, um Hilfe zu holen, war für alle, die 15 Minuten später dorthin zurückkehrten, die Überraschung groß. „Der tote Hund samt Falle war verschwunden. Der Fallensteller musste das Geschehen beobachtet haben und hat schnellstens reagiert,“ berichtet Ingrid L. empört.

Das Opfer: Sunny, ein Labrador-Border-Collie-Mischling, 2 Jahre alt.

Umgehend wurde die Ebersberger Polizei verständigt und Anzeige erstattet. Die Beamten ermitteln. Es wurden Fuß- und Reifenspuren festgestellt. „Es gibt einen Verdächtigen“, bestätigt ein Polizeisprecher. „Der Jagdausübungsberechtigte war es jedenfalls nicht, das steht bereits fest.“ Der für das Revier zuständige Jäger war ebenfalls verständigt worden. „Der war genauso ehrlich entsetzt wie wir“, sagt Ingrid L.

Martin Otter, der Vorsitzende der Kreisgruppe Ebersberg im Landesjagdverband, sagt: „Dass ein Jäger sowas macht, glaube ich nicht. Der weiß genau, was dabei auf dem Spiel steht.“

Wer legal Schlagfallen verwenden will, muss das der jeweiligen Jagdbehörde anzeigen. Für den Bereich Frauenneuharting zwischen Tegernau und Stachet ist eine solche Fallenjagd aber nicht angemeldet worden, bestätigt die Untere Jagdbehörde des Landratsamtes Ebersberg. War es also ein Wilderer? Es seien in der Vergangenheit weder Hinweise auf Wilderei eingegangen, noch sei Jägern für die Verwendung einer Conibearfalle der Jagdschein entzogen worden.

Welche Sanktionen drohen, wenn jemand unerlaubte Drahtbügelfallen verwendet? „Nach dem Bayerischen Jagdgesetz kann, wer Tötungsfallen einsetzt, ohne das bei der Unteren Jagdbehörde anzuzeigen, mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro belangt werden“, teilt Behördensprecherin Evelyn Schwaiger mit. Unfälle mit Fallen seien bis jetzt aber nicht vorgekommen. Die Familie L. wird das nicht trösten, dass ihr „Sunny“ möglicherweise Opfer eines „Unfalles“ wurde. Peter und Ingrid L. geht es darum, die „Leute in Jakobneuharting, Tegernau und Umgebung zu warnen“ vor dem unheimlichen Fallensteller. Nicht dass am Ende noch ein Kind in eine solche Falle tappt. Seine Spielkameraden könnten ihm nicht helfen.

Michael Seeholzer

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