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Drama am Tegernsee: Freilaufender Hund hetzt Rehkitz in den Tod - Maßnahmen sollen direkt folgen

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Von: Gerti Reichl

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Für dieses stattliche Rehkitz gab es keine Rettung mehr: Es flüchtete ins Wohngebiet und starb.
Für dieses stattliche Rehkitz gab es keine Rettung mehr: Es flüchtete ins Wohngebiet und starb. © Andreas Feichtner

Offenbar ein freilaufender Hund hat im Wald am Tegernseer Höhenweg ein Rehkitz derart in Bedrängnis gebracht, dass es in die Wohnsiedlung flüchtete, dort fünf Meter tief stürzte und starb.

Tegernsee – Andreas Feichtner ist hobbymäßig als Jäger unterwegs und zugleich Mitglied des Stadtrats. Was er am Neujahrstag erleben musste, macht ihn mehr als wütend. Gegen 16 Uhr, so fügt er im Nachhinein die Puzzlesteine zusammen, muss ein freilaufender Hund im Wald am beliebten und stark frequentierten Höhenweg ein Rehkitz aufgescheucht haben.

Tegernsee: Rehkitz flüchtet vor Hund - und stürzt fünf Meter in die Tiefe

Das Tier flüchtete durch einen Bach, verletzte sich die Vorderläufe und lief in Panik in Richtung Wohnbebauung an der Klosterwachtstraße. Dort lief es über ein bewachsenes Garagendach, wo es schließlich fünf Meter tief in einen Garten stürzte. Die Bewohner riefen die Polizei, die mit einer Streife anrückte und den Jagdpächter informierte. Dieser wiederum holte Andreas Feichtner zur Unglücksstelle. „Ich konnte nur noch den Tod des Rehs feststellen“, lautet seine bittere Bilanz.

Für Feichtner steht fest: „So kann es nicht weitergehen.“ Drei totgehetzte Rehe seien im vergangenen halben Jahr im näheren Umkreis zu beklagen. Bei einem Fall Mitte Dezember musste die Feuerwehr ein Reh aus einem ausgelassenen und nicht abgedecktem Pool nahe der Riedersteinstraße bergen – zum Glück überstand das Tier dieses Malheur unverletzt.

Freilaufender Hund hetzt Reh in den Tod: „Jäger könnten ihn erschießen“

Weil er aus eigener Erfahrung die Situation am Höhenweg kennt, und die Zahl der Hunde seit Corona obendrein zugenommen habe, ist für Feichtner der Fall klar: Ein nicht angeleinter Hund muss das Tier gehetzt haben. Seine dringende Forderung lautet daher: „Hunde gehören im Wald an die Leine.“ Jäger hätten sogar das Recht, einen Hund, der dem Wild erkennbar nachstellt, zu erschießen, gibt Feichtner zu bedenken und verweist auf das Bayerische Jagdgesetz.

„Das würde ein Jäger natürlich nie machen, denn der Ärger wäre zu groß“, meint Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. Sie steht jedoch voll hinter Feichtners Forderung zur Anleinpflicht. „Hunde gehören absolut an die Leine, wenn sie nicht abrufbar sind. Und das sind nunmal 90 Prozent aller Hunde“, ist Ecker-Schotte mit Blick auf den Jagdtrieb der Vierbeiner überzeugt. Grundsätzlich verursache das Herumlaufen von Hunden für das Wild großen Stress. Daher fordere auch sie eine Anleinpflicht. Das Aufstellen von Schildern sei sinnvoll.

Reh stürzt in Tegernsee in den Tod: So reagiert die Stadt

Das findet auch Bürgermeister Johannes Hagn, der gleich nach dem Vorfall von Andreas Feichtner im Rathaus aufgesucht wurde. Er selbst spreche regelmäßig Hundebesitzer an und bitte sie, ihre Tiere an die Leine zu nehmen, berichtet Hagn und kündigt an, dass nun Schilder die Worte untermauern sollen. „Wir werden auf jeden Fall welche anschaffen und an den Parkplätzen aufstellen“, versichert Hagn. Wie viele, das sei noch offen.

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