Der kleine Willi starb

Schreckliche Gewissheit: Ihre Hunde wurden vergiftet

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Die zwei sind ihr geblieben: Gabriele Waldhauser mit Mara (l.) und Berta. 

Gabriele Waldhausers (56) schrecklicher Verdacht hat sich bestätigt: Ihre Hunde sind vergiftet worden. Den kleinen Willi kostete es das Leben. 

Straßlach – Toxikologen der Universität fanden bei der Autopsie Spuren von Schneckengift – das Waldhausers nie benutzen. Wer hat die Tiere vergiftet?

Es war Gift, das den Scottish Terrier Willi tötete. Trotz der Bemühungen der behandelnden Ärzte, konnte Willi (5) nicht mehr gerettet werden. Besitzerin Gabriele Waldhauser vermutet eine absichtlich Verteilung von Gift im Garten ihres Hauses in der Gleißentalstraße nördlich des Deininger Weihers. Allerdings kann sie sich nicht erklären, wer zu so etwas im Stande ist: „Wir haben hier ja keine Feinde“, sagt die 56-Jährige.

Terrier Willi hat es nicht überstanden

Der arme Willi hat es nicht überstanden.

Ende Juli brachte Gabriele Waldhauser ihre drei Hunde in die Tierklinik Oberhaching. Die Ärzte stellten bei allen Tieren Magenblutungen fest. Nachdem die Veterinäre Willi 24 Stunden intensiv behandelt hatten, starb der 5-Jährige Terrier innerhalb eines Tages. Auch die Germanische Bärenhündin Mara (2) musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Leonberger Hündin Berta (5) konnte nach kurzer Behandlung nach Hause.

Toxikologisches Gutachten

Nachdem Toxikologen der Tierärztlichen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität die sterblichen Überreste Willis obduziert hatten, bestätigte sich die anfängliche Vermutung von Gabriele Waldhauser: Willi starb an Gift. Die Experten fanden Spuren von Metaldehyd im Magen und der Leber des Hundes. Das Mittel ist ein Bestandteil von Schneckenkorn, wie man es in jedem Gartencenter kaufen kann. Auch für Menschen und vor allem bei Kindern kann der Verzehr lebensgefährlich sein. „Wir haben gar kein Schneckengift im Haus“, sagt Gabriele Waldhauser „meine zwei kleinen Enkelkinder spielen im Garten. Außerdem habe ich Hühner, die die Schnecken ja auch fressen.“

Überreste von Maiskolben im Magen

Im Magen der Hündin Mara fanden die Ärzte Überreste von Maiskolben, mit einem Messer in mundgerechte Stücke geschnitten. Wie das im Magen von Mara landen konnte, weiß die Hundebesitzerin nicht. Die Tiere halten sich ihren Aussagen nach ausschließlich im eigenen Garten auf. „Wir haben vier Hektar Garten mit Hühnern, Hunden und Pferden, aber weder Mais noch Schneckengift darin“, sagte Gabriele Waldhauser. „Wir fühlen uns hilflos. Wir haben nach dem Vorfall sofort alles abgesucht, aber nichts gefunden.“ Die Familie weiß nicht, wie sie sich gegen Hundehasser schützen soll. Für Kameras, die das Grundstück und die rund 1000 Meter Gartenzaun überwachen, haben die Waldhausers schlicht kein Geld.

Auch Stefan Spieß (53) ist besorgt. Er und seine Frau Petra wohnen mit ihren zwei Dackeln Xaverl (2) und Vroni (5) in der Ortsmitte von Straßlach. „Ich schaue jetzt immer erst im Garten nach, was da rumliegt, bevor die Hunde rausdürfen.“

Die aufwendige Behandlung und Untersuchung beider Hunde kostete Gabrielle Waldhauser gut 7000 Euro. Sie hat die Polizei eingeschaltet. Die Dienststelle Grünwald hat die Ermittlungen an die Kriminalpolizei weitergegeben.

Korbinian Bauer

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