Streit unter Hundebesitzern: "Ich stech ihn ab"

Maisach - Erst gingen die Hunde aufeinander los, dann ihre Herrchen: Ein Streit zwischen Vierbeiner-Besitzern fand jetzt sein Nachspiel am Amtsgericht.

Dieses kam zu dem Schluss: Wirklich nachzuweisen ist nur, dass ein japanischer Kampfhund mit einem jähen Tod durch Abstechen bedroht wurde. Und das ist nicht strafrelevant

Auf der Anklagebank saß ein 45-jähriger KFZ-Händler aus einem Maisacher Ortsteil. Sein Rottweiler wurde während eines Spaziergangs von dem japanischen Kampfhund einer Familie aus dem gleichen Ort gebissen.

Daran entzündete sich der Streit zwischen dem 45-Jährigen und der Tochter der Besitzer des Kampfhunds, die den Vierbeiner an diesem Tag Gassi führte. Die 16-Jährige schilderte den Vorfall drastisch: Der KFZ-Händler habe sie verletzt, ihren Kopf zur Seite gestoßen, habe ihr heftig ins Gesicht gefasst und habe sie bedroht. „Wenn er mich nachts sieht, wird er mir zeigen, was Angst ist“, zitierte die junge Frau den Mann jetzt vor dem Brucker Amtsgericht. Außerdem habe der KFZ-Händler behauptet, immer ein Messer dabei zu haben. Damit werde er dem japanischen Kampfhund den Kopf abschneiden.

Dass er das Mädchen verletzt oder bedroht habe, wies der Angeklagte im Gerichtssaal weit von sich. Er räumte aber ein, dass er die 16-jährige an der Schulter angetippt und leicht von sich geschoben habe. Und er habe ihr klar gemacht: Sollte ihr Hund dem seinen etwas antun, dann werde er das Kampftier abstechen.

Der Autohändler räumte auch ein, dass er die 16-Jährige beleidigt hat. Er betonte aber, dass er selbst Opfer von Beschimpfungen war, was ein Nachbar, der den Vorfall gesehen hatte, bestätigte. „Geh doch sterben“ soll das Mädchen zu dem 45-Jährigen demnach gesagt haben.

Wie der Nachbar erzählte, sei das Mädchen an dem fraglichen Tag nicht zum ersten Mal ausfällig geworden. Die Lebensgefährtin des Angeklagten beschrieb die Schülerin darüberhinaus als „freche, ungezogene Göre“.

Das Brucker Amtsgericht sprach den 45-Jährigen also frei. Körperverletzung und eine Bedrohung des Mädchen seien nicht nachgewiesen, so der Richter. Die Beleidigungen seien wechselseitig gewesen. Der einzige, der bedroht wurde, war unterm Strich also der Kampfhund. Und der - zumal Japaner - wird das kaum verstanden haben.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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