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Sie missbrauchten das Tier als Fußball

Igel gequält und Tierschützer attackiert: Jetzt stehen diese Männer vor Gericht

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Die beiden Angeklagten wurden mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt.

Zwei Puchheimer sollen voriges Jahr einen Igel gequält haben – und anschließend aufmerksame Passanten schwer attackiert haben. Nun stehen Aramais M. und Kyriakos K. vor Gericht. Sie hoffen auf Bewährung. Doch daraus wird wohl nichts.

Puchheim – Das Entsetzen über die sogenannten „Igel-Quäler“ war groß: Zwei Männer hatten sich am 10. September 2016 einen Spaß daraus gemacht, einen Igel als Fußball zu benutzen. Gegen 22 Uhr abends rollten und kickten sie das zur Kugel zusammengekauerte Tier über eine Straße in Puchheim (Kreis Fürstenfeldbruck). Doch damit nicht genug: Als zwei aufmerksame Passanten einschritten, griffen die Igel-Quäler die Tierschützer an, schlugen und traten zu. Auch ein Nachbar, der zu Hilfe eilte, wurde verletzt.

Die Angeklagten schweigen

Nun müssen sich die beiden mutmaßlichen Täter aus Puchheim, Staplerfahrer Aramais M. (30) und der arbeitslose Kyriakos K. (25), wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München II verantworten. Die beiden Griechen wurden bald nach der Tat ermittelt und sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Als sie in den Gerichtssaal geführt wurden, trugen sie beide schwarze Pullis – und setzten sich möglichst weit von einander entfernt auf die Anklagebank. Zwischen ihnen sitzt eine Dolmetscherin, die für Kyriakos K. ins Griechische übersetzt. Beide Angeklagten schwiegen zu Prozessauftakt zu den Vorwürfen.

Stattdessen begann der Prozess damit, dass die Verteidiger des 25-Jährigen wissen wollten, welchen Beruf die beiden Schöffen des Gerichts ausüben. Die Profession könne unter Umständen eine Rolle spielen, wenn sie etwa im Tierschutz aktiv seien. Es handle sich schließlich um einen „Igel-Prozess“, sagte Verteidiger Georgios Vlachopoulos. Das Landgericht lehnte den Antrag aber ab. Der Igel sei kein Zeuge, sagte der Vorsitzende Richter. „Er spielt zwar eine Rolle, aber es geht vielleicht um was anderes.“ Die Berufe der Schöffen seien „völlig irrelevant“.

Als Passanten eingreifen wollen, rasten sie aus

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft sind die beiden Angeklagten an jenem Septemberabend ausgerastet, als ein Beobachter (24) sie aufforderte, den Igel in Ruhe zu lassen. Aramais M. soll sofort auf ihn eingeschlagen haben. Als der zweite Passant (37) seinem Freund helfen wollte, hätten ihn die beiden Angeklagten niedergeschlagen und mit Füßen getreten. Sie brachen ihm unter anderem die Nase. Aramais K. soll es gewesen sein, der ihm auch noch mit einem Messer in die Schulter stach. Auch ein Nachbar (50), der zu Hilfe eilte und M. das Messer aus der Hand schlagen wollte, sei verletzt worden. M. und K. sollen auch ihn geschlagen und getreten haben.

Nach einem Rechtsgespräch wurde bekannt, dass sich die Verteidiger eine Bewährungsstrafe für die Angeklagten vorstellen – unter der Voraussetzung eines Geständnisses und eines Schmerzensgeldes. Sie verwiesen auf die „positive Sozialprognose“ und die „lange U-Haft“. Außerdem seien die Männer von den Passanten beleidigt worden. Für die Staatsanwältin kommen jedoch nur Haftstrafen infrage. Für Aramais M. stellt sie sich eine Strafe von vier Jahren vor, für Kyriakos K. maximal drei Jahre. Eine Einigung kam nicht zustande. Der Prozess dauert an.

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