Goldiger Steuertrick flog auf

Erding - Wegen illegaler Goldgeschäfte in Millionenhöhe hat die Polizei in Bayern und Baden-Württemberg sieben Männer und eine Frau verhaftet. Der Hauptverdächtige wurde am Mittwoch am Münchner Flughafen verhaftet. Die Masche der Bande:

Woher stammt dieses Gold? Dieser Frage geht gerade die „Ermittlungsgruppe Aurum“ des Kommissariates 33 für Organisierte Kriminalität nach, die zusammen mit drei Steuerfahndern Goldhändlern bei der banden- und gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung auf die Spur gekommen ist. Als Drahtzieher gilt ein türkischer Automatenaufsteller (39) aus München, der mit sieben Komplizen ganz groß ins Altgold-Geschäft einstieg. Die Gruppe bot für alten Schmuck und Zahngold etc. äußerst günstige Konditionen, was sich scheinbar bundesweit in Kaffeehäusern und Geschäften schnell herumsprach. Dabei wendete die Bande einen Trick an. Um in den Genuss der Umsatzsteuer zu kommen, wurde das Feingold eingeschmolzen und mit Kupfer verunreinigt. Dafür überwiesen die Scheideanstalten nach der Trennung 19 Prozent Umsatzsteuer, die es für Feingold allein nicht gibt. Bei einem Umsatz von rund 50 Millionen Euro unterschlugen die Täter auf diese Weise zehn Millionen Euro. Ob auch Hehlerware dabei war, wird noch ermittelt. Der Haupttäter wurde am Mittwoch kurz nach der Landung aus der Türkei am Münchner Flughafen festgenommen. Auch seine sieben Komplizen sitzen nach Razzien in Stuttgart und Nordschwaben in Haft. Der Trick funktioniert übrigens nicht mehr, weil die Umsatzsteuer seit 1. Januar direkt ans Finanzamt überwiesen wird.

dop.

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