Im eigenen Garten

Hundehasser tötet Mops Bella mit Rattengift

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So ein Bild wird es nicht mehr geben: Am Sonntag lag Mops Bella tot im Wohnzimmer.

Egling – Ein Hundehasser hat in Egling zugeschlagen. Mops Bella starb, nachdem sie im Garten ihrer Herrchen Rattengift gefressen hatte. Labrador Roxy, der zweite Hund von Familie Baier, überlebte nur knapp.

Eigentlich war Janine Baier (28) am Sonntag richtig entspannt. Sie hatte gerade eine schöne Zeit mit ihrer Mutter, ihrem Ehemann Michael (31) und den Kindern Leon (2) und Gina (6) verbracht. Aber als die Familie wieder daheim in Egling ihr Wohnzimmer betrat, brach eine Welt zusammen: Mops Bella lag tot im Zimmer. Schnell stellte sich heraus: Der vierjährige Hund war vergiftet worden. Auch der einjährigen Hündin Roxy ging es sehr schlecht – sie überlebte die Attacke nur mit Glück.

Janine Baier schüttelt den Kopf, wenn sie die Geschichte erzählt. „Es ist eine Riesensauerei, auf diese Art zu versuchen, Hunde zu töten“, sagt sie. „Sie quälen sich dermaßen. So etwas wünscht man niemanden.“ Wie groß die Qualen waren, hat Hündin Roxy erlebt. Zunächst verhielt sich der Labrador-Mix auffällig still, als würde er um Spielgefährtin Bella trauern, sagt Baier. Aber dann atmete sie schwer und Blut lief ihr aus der Nase.

Die Familie fuhr sofort zum Tierarzt nach Wolfratshausen. Die Diagnose: massive innere Verätzungen. Der ganze Bauchraum war voller Blut, in wenigen Stunden wäre Roxy erstickt. Es ging sofort weiter in die Tierklinik nach Oberhaching. Dort bestätigte ein Test, dass die Tiere Rattengift gefressen hatten. Das wirkt langsam, deswegen hat der Hundehasser wohl schon am Donnerstag oder Freitag zugeschlagen, vermutet Baier. Ihre Hunde hatten den Köder vermutlich im Garten der Familie in Egling gefunden. Vor ein paar Wochen sei dort schon einmal eine verdächtige Wurst gelegen, sagt die Eglingerin. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn unsere Kinder danach gegriffen hätten.“
 
Die Familie hat sich am Montag an die Polizei gewandt und Strafanzeige erstattet. Jetzt laufen die Ermittlungen. In Wolfratshausen war vor über einem Jahr Hündin Sina qualvoll verendet. Als Tatbestände kommen Tierquälerei und Sachbeschädigung in Frage. Zudem sind der Familie hohe Kosten wegen der Behandlung entstanden. „Wir wissen noch nicht, wie wir das alles bezahlen sollen“, sagt Baier. Bis der Hundehasser geschnappt ist, warnt sie alle Nachbarn, besonders aufmerksam zu sein. „Damit nicht noch etwas Schlimmes passiert.“

Hündin Roxy überlebte die Giftattacke. Das ist die gute Nachricht dieser traurigen Geschichte. Eine Bluttransfusion und das Gegengift, das sie zweimal verabreicht bekam, wirkten. „Sie verhält sich lebendiger und freut sehr, uns zu sehen“, erzählt Baier. Bald darf Roxy wieder nach Hause. „Darauf freuen wir uns, denn sie gehört zur Familie. So wie es Bella auch getan hat.“

Zeugen gesucht

Die Polizei in Wolfratshausen bittet unter Telefon 0 81 71/ 4 21 10 um Hinweise.

dor

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