Frischer Wind

Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte

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Das neue Team in Hechendorfs Traditionsgaststätte an der Hauptstraße (v.l.): Ivan Ostric, Alexander Leccadito, , Tara Leccadito und Mihály Takács. 

Der Münchner Alexander Leccadito hat das Gasthaus Alter Wirt in Hechendorf übernommen. 

Hechendorf – Monatelang gab es in Hechendorf kein Wirtshaus mehr. Der Münchner Alexander Leccadito und seine Frau Tara sorgen nun mit ihrem Team für frischen Wind im Alten Wirt, dem Gasthaus vor Ort. Ab sofort auch mit Mittagstisch und Frühstücksbüfett.

Um ein Haar hätte es den 25-jährigen Münchner Alexander Leccadito nach Seeshaupt verschlagen. „Dort haben wir uns ein kleines italienisches Restaurant angeschaut. Aber der Alte Wirt hat mir dann wegen der Zimmer besser gefallen.“ Gemeinsam mit seiner Frau Tara (26) und seinem Freund Ivan Ostric aus Zagreb, 29 Jahre alt, eröffnete er die Traditionswirtschaft bereits im Sommer, und mittlerweile hat er auch das Gefühl, in Hechendorf angekommen zu sein. Dabei hat der 25-jährige gelernte Hotelmanager auch seinen ersten Schrecken hinter sich. „Am Anfang waren die Fußballer mal da. Bei der Zubereitung der 15 Schnitzel mit Pommes ist die Sicherung rausgeflogen, weil die ganze Elektrik auf einer Dose lag und das Küchenteam zwei Friteusen angeworfen hatte. „Das war nicht so toll“, erinnert sich der gebürtige Münchner, der zehn Jahre mit seiner Familie auf den Seychellen gelebt und in Irland seine Ausbildung absolviert hat.

Dazu gibt es eine nette Geschichte, seine 26-jährige Frau betreffend. Denn die beiden sind auf den Seychellen zusammen zur Schule gegangen. Ein Paar wurden sie aber sinnigerweise ausgerechnet in Irland, weil Tara die gleiche Hotelfachschule besuchte. Im vergangenen Januar gaben sich die Beiden schließlich auf den Seychellen das Ja-Wort. Seit April ist Tara nun in Deutschland. „Sie wollte wegen der vielen Möglichkeiten immer schon hier hin“, sagt Alexander Leccadito. Seine Frau hat damit also den ersten deutschen Winter vor sich, „aber sie mag den Schnee“, sagt ihr Mann und lacht entspannt. Zurück auf die Seychellen wollen die beiden jedenfalls erstmal nicht. „Da hat sich auch sehr viel geändert in den vergangenen Jahren, überall entstehen Luxus-Hotels“, sagt Leccadito. Sein Pachtvertrag für den Alten Wirt ist auf fünf Jahre ausgelegt.

Die beiden wohnen in einem Appartement im Wirtshaus. Die Hotelzimmer wurden saniert, Bäder und Fußböden sind neu. Auch in der Küche ließ sich Besitzer Bernhard Neumüller nicht lumpen und stattete sie besser aus. Bis auch personell alles passte, musste Leccadito allerdings ein bisschen beißen. „Das war unglaublich schwierig“, sagt er. Immer wieder schmiss einer der Köche hin oder war unzuverlässig. „Ich bin dann zum Arbeitsamt gegangen, obwohl mir alle gesagt haben, das brächte nichts.“ Aber siehe da, der 48-jährige Ungar Mihály Takács stand bereit, und mit ihm seine Frau Anna. Die beiden wohnen in Gilching., Der ruhig und besonnen wirkende Takáks ist nun Küchenchef. „Es läuft super mit ihm“, freut sich Leccadito.

Auf der Speisekarte stehen regionale und klassische Gerichte. Die Kalbsleber ist für 14,90 Euro zu haben „und der Renner“, sagt Leccadito. Das Jägerschnitzel kostet 12,90 Euro, und der vegetarische Schmankerlsalat mit überbackenem Mozarella 13,20 Euro. Von Mittwoch bis Freitag gibt es außerdem ein Mittagsmenü für 8 Euro. Darin sind ein Getränk, eine Suppe und ein Hauptgericht enthalten. Das Frühstücksbüfett gibt es nicht nur für Hotelgäste, sondern auch für Besucher, es kostet 9,50 Euro, Anmeldung wird empfohlen. Montag und Dienstag sind Ruhetage, ansonsten ist jeweils von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 21 Uhr geöffnet.

Die Sache mit den Schnitzeln und den Fußballern ging übrigens gut aus. „Wir haben dann alle Gasflammen angeworfen und mit allen Pfannen, die wir hatten, losgelegt“, erzählt Leccadito. Es sind alle satt geworden – und die Fußballer sind auch schon danach wiedergekommen.

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