„Morddrohungen gegen meine Kinder“

Mann filmt Nachbarn bei Streit und postet Video auf Facebook - das hat Konsequenzen

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Vom Amtsgericht Dachau wurde ein Mann verurteilt, der seinen Nachbarn gefilmt und das Video in Facebook gepostet hatte.

Es wird viel gepostet in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Eines sollte man dort definitiv nicht teilen: ein Video von den Nachbarn, das bei einem Streit entstanden ist.

Indersdorf –  Es wird viel gepostet in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Nur eines sollte man dort definitiv nicht teilen: ein Video von den Nachbarn, das während eines Streits entstanden ist. Denn das kann teuer werden, wie der Indersdorfer Florian K. (Name geändert) erfahren musste.

Der 38-Jährige liegt seit langem im Clinch mit seinen Nachbarn. Im August vergangenen Jahres gab es wieder eine Auseinandersetzung, dieses Mal wegen zu lauter Kinder, die bei K. zu Besuch waren. K. griff zur Kamera, filmte die Nachbarn und lud das Video auf Facebook hoch.

Auseinandersetzung zwischen Nachbarn in Indersdorf: 38-Jähriger greift zur Kamera

Deswegen musste er sich unter anderem wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und des Rechts am eigenen Wort und Bild verantworten. K. hatte zuvor einen Strafbefehl von 50 Tagessätzen à 40 Euro erhalten und dagegen Einspruch eingelegt. Darüber wurde jetzt am Dachauer Amtsgericht verhandelt.

Große Hoffnungen, dass der Widerspruch erfolgreich sein könnte, machte Richter Christian Calame dem Anwalt von Florian K. aber von vorneherein nicht . „Wir sind eh schon im unteren Strafbereich“, erklärte Calame.

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Letztlich beschränkte der Anwalt den Einspruch auf die Höhe der Tagessätze. Weil K. alleinerziehender Vater ist, musste er seine Arbeitszeit reduzieren, die Familie hat finanziell keine großen Spielräume. „Wir haben nicht viel Geld“, erklärte K.

38-Jähriger filmte Nachbarn nach Auseinandersetzung: „Es gab sogar Morddrohungen gegen meine Kinder“

Er zeigte sich einsichtig. „Ich hätte die Videos nicht machen sollen, ich habe nicht gewusst, was das für Folgen haben kann“, sagte er. Die Tat sei der schwierigen Gesamtsituation geschuldet gewesen. „Es gab von den Nachbarn sogar Morddrohungen gegen meine Kinder“, berichtete er. „Viele Beleidigungen, die gegen mich ausgesprochen wurden, hätte ich auch zur Anzeige bringen können.“

Seine Geldstrafe blieb dennoch bei den 50 Tagessätzen. Richter Calame setzte die Tagessatzhöhe aber auf 25 Euro herab. „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, da können Sie nicht einfach Mitschnitte machen“, erklärte der Richter und gab K. den Rat, bei einem künftigen Streit besser die Polizei oder seinen Rechtsanwalt zu konsultieren.

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