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„Mutmaßlich verstorben“: Café-Betreiber bekommt plötzlich keine Pakete mehr – DHL bemüht sich um Klärung

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Von: Phillip Plesch

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Post bestellt 2000 Elektro-Lieferwagen bei Ford
Ein Mitarbeiter fährt einen elektrischen Lieferwagen der Deutschen Post. © Ford/dpa

Da musste ein Café-Betreiber aus Zorneding schlucken: Er bekam kein Paket von der DHL, da er mutmaßlich verstorben sei. Wie kann das sein?

Keine Frage: Ulrich Fischer macht einen quicklebendigen Eindruck. Vom Sterben weit entfernt. Glücklicherweise! Und dennoch erklärte ihn die DHL nun für „mutmaßlich verstorben“. Wie Fischer das zu spüren bekam? Die Post lieferte ihm einfach seine wichtigen Pakete nicht mehr.

„Ich bin halt auf die Lieferungen angewiesen. Das muss einfach verlässlich klappen“, erklärt Fischer. Er betreibt in Zorneding bei München (Landkreis Ebersberg) ein Café und hatte dafür Lebensmittel bestellt. Doch das sollte zu einem komplizierten Unterfangen werden. Die erste Bestellung verschwand im Nirgendwo. Fischer bestellte sie bei der Absender-Firma ab, da die Lebensmittel nicht so lange halten würden. Dann wurde am 22. November die zweite Sendung verschickt. Auch die kam aber nicht bei ihm an. Fischer fragte nach - bei der DHL und der Absender-Firma. Von der erfuhr er schließlich den wahrlich kuriosen Grund. „Sie hätten uns ruhig sagen können, dass sie verstorben sind“, sagte der Absender am Telefon süffisant zu Fischer. Im Sendungsverlauf steht: „Sendung nicht zustellbar, da Empfänger mutmaßlich verstorben.“

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DHL: Mittlerweile klappen die Lieferungen wieder

Von der DHL hat er nach wie vor keine Antwort bekommen, die stellte sich sozusagen tot. „Die müssen ihre Prozessketten in Ordnung bringen. Da weiß offensichtlich die linke Hand nicht, was die rechte macht“, schimpft Fischer.#

Der tz gegenüber versuchte die DHL dann doch, den Vorfall zu erklären. „Selbstverständlich bedauern wir, dass der Kunde mit unserem Service nicht zufrieden war.“ Die Erklärung sieht folgendermaßen aus: „Laut Aussage unseres Zustellers hatte dieser für den Kunden am Vortag (23.11.) des geschilderten Vorfalls auch ein Paket zur Auslieferung.“ Die Annahme habe Fischer aber verweigert. „Unser Zusteller verstand den Kunden so, dass er auch für den 24.11. ein Paket erwartet und die Annahme wiederum verweigern werde“, erklärt der Sprecher des Konzerns. Daher habe der Zusteller das Paket zurückgeschickt. „Dass er auf ,verstorben‘ getippt hat, war ein Versehen und geschah nicht absichtlich.“

Ist zweifelsohne quicklebendig: Ulrich Fischer in seinem Café in Zorneding.
Ist zweifelsohne quicklebendig: Ulrich Fischer in seinem Café in Zorneding. © Jens Hartmann

Es habe sich hier um einen bedauerlichen Ausnahmefall gehandelt, möglicherweise ein Missverständnis. „Die Rubrik ‚soll verstorben sein‘ wird in den seltensten Fällen genutzt und nur, wenn dies wirklich bekannt ist“, so die DHL.

Mittlerweile ist die Paket-Posse doch zu einem guten Ende gekommen. „Vergangenen Dienstag habe ich die Lieferung das dritte Mal bestellt, und am Donnerstag ist sie tatsächlich angekommen“, berichtet der Café-Betreiber. „Ich lebe wieder!“ Ganz überraschend, sozusagen. Denn ihm hatte die DHL nie persönlich mitgeteilt, dass das Unternehmen Kunde Fischer wieder von den Toten auferweckt hat.

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