Wer hinterlässt die Ekel-Anblicke?

Abgehackte Rehfüße hängen in Bäumen

Kein Einzelfall: Vor allem in Bäumen, aber auch anderswo, hängen die abgehackten Rehfüße. Foto: fkn

Bachern - Es ist ein unappetitlicher Baumschmuck, den Unbekannte im Raum Bachern hinterlassen: Jagdliche Abfälle, zum Beispiel Rehfüße. Sie hängen nicht nur in Bäumen, sondern auch an Brücken.

Aufmerksam wurde eine Spaziergängerin auf die makaberen Jagdüberreste, als sie auf einem zum Inninger Bach führenden Waldweg einen Hund beobachtete, der aufgeregt einen Baum hinaufklettern wollte. Den Grund für die vergebliche Mühe fand die Bacherner Bürgerin beim Näherkommen in Augenhöhe.

„Neu ist, dass die Rehfüße aufgehängt werden“, weiß die Frau. Seit April habe sie rund um Bachern immer wieder abgehackte Rehfüße gefunden, auch an der über den Inninger Bach führenden Holzbrücke. Vorbeikommende Wanderer hätten ihr berichtet, das Problem seit Jahren zu kennen.

Mitte Juni bat die Anwohnerin die Gemeinde, sich um die Tierkadaverfunde zu kümmern und nahm auch Verbindung zu Alexander Dietz auf. Der kümmert sich als Förster auch im Bereich Bachern um den Waldbesitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach. „Von uns sind die Rehfüße definitiv nicht“, versichert Dietz. In diesem Waldteil sei seit mehr als zwei Monaten kein Wild geschossen worden.

„Leider haben wir öfter mit solchen Auswüchsen zu tun“, ärgert sich Bürgermeister Werner Röslmair. Deshalb habe die Gemeinde im Sommer die Untere Jagdbehörde im Landratsamt informiert. Die in solchen Fällen zuständige Behörde sollte in Zusammenarbeit mit der Polizei rechtliche Schritte unternehmen. Doch eine Stellungnahme sei bisher ausgeblieben.

„Wir haben die Angelegenheit geprüft und mit den Beteiligten besprochen“, erläutert Landratsamts-Sprecher Stefan Diebl auf Anfrage. Die angesprochenen Jäger hätten weder eine Ahnung, woher die Rehbeine kommen, noch Anzeichen von Jagdwilderei gefunden. Sie wollen künftig die Augen offen halten. „Mehr können wir nicht tun“, sagt Diebl. Sollte sich herausstellen, dass es sich um Wilderei handele, würden sicherlich strafrechtliche Schritte eingeleitet.

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