Intim-Fotos von 15-Jähriger ins Netz gestellt

Freising - Intimfotos einer 15-jährigen Online-Bekanntschaft hat ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Freising einfach weiter gegeben. Die Fotos landeten im Internet. Und der junge Mann vor dem Amtsrichter.

Wegen Besitzes und Verbreitung pornographischen Materials musste sich der Azubi jetzt vor dem Amtsgericht Freising verantworten - und fand einen zutiefst verärgerten, aber dennoch milden Richter.

Was der Angeklagte eingangs noch leugnete, stand am Ende der Verhandlung fest: Indem er der 15-Jährigen im Internet Liebe vorgegaukelt hatte, schwatzte er dem naiven Mädchen schließlich Intimfotos ab. Ohne die Bilder drohte er, die Online-Beziehung zu beenden. Die Fotos bot er einem Mädchen an, das mit dem Opfer zur Schule geht und deren „Feindin“ ist. Im Gegenzug hoffte er auf Fotos seiner neuen Bekanntschaft. Dass dieses Mädchen die Fotos der „anderen“ in Netz stellen würde - das will der junge Mann nicht gewusst haben. Nach kurzer Befragung knickte der Angeklagte während der Verhandlung aber ein: „Ich wusste, dass sie sie verarschen wollte.“.

Richter Boris Schätz verurteilte den 18-Jährigen zu 50 Sozialstunden und 300 Euro Geldbuße. Schärfer wollte er gegen einen nicht vorbelasteten Angeklagten nicht vorgehen. Immerhin hatte der durch ein Teilgeständnis dem Mädchen einen Auftritt vor Gericht erspart. Allerdings redete er dem 18-Jährigen schwer ins Gewissen. Dass Schätz verwerflich fand, wie der Azubi die 15-Jährige ausnutzte, verbarg er nicht. „Wenn Sie das Gericht verlassen, ist die Sache für Sie vorbei. Die Fotos dagegen werden das Opfer lange verfolgen. Was das Internet einmal hat, gibt es nicht mehr her.“ Als moralisch höchst bedenklich kritisierte der Amtsrichter die Tat des Angeklagten. Dem in einer überschaubaren Gemeinde lebenden Opfer werde vielleicht nichts anderes übrig bleiben, als in die Anonymität einer großen Stadt zu ziehen.

Der Verteidiger hingegen schien gar nicht recht nachvollziehen zu können, weshalb überhaupt so ein Wirbel veranstaltet würde. Letztlich sei es doch die Geschädigte gewesen, die seinen Mandanten erst zu einem strafbaren Verhalten „brachte“, als sie ihm die Fotos geschickt habe.

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