17-Jähriger immer noch geknickt

iPhone verliehen und weg war es: Viel Solidarität für David

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David Müller hat die Hoffnung, sein Handy wieder zu bekommen nicht aufgegeben. Ein Wirt in Steinebach am Wörthsee sammelt nun für den Burschen. 

David Müller klingt geknickt, nach wie vor fehlt von seinem Handy jede Spur. Er hatte es nachts am Bahnsteig verliehen – und weg war es. Auf der Facebook-Seite des Starnberger Merkur zeigen aber viele Menschen Solidarität.

Hechendorf – „Hallo Unbekannter. Ich war auf der Jugendhaus-Party in Steinebach und habe Dir mein Handy zum Telefonieren ausgeliehen. Deine S-Bahn kam und Du vergaßt, mir mein Handy zurückzugeben. Für dieses Handy musste ich zehn Monate Zeitungen austragen...“ Mit diesem Text macht der Hechendorfer David Müller seit zwei Wochen etwa Jagd auf sein Handy. Bisher vergebens.

Nach der Veröffentlichung im Starnberger Merkur und auf der Facebook-Seite hat sich dort eine muntere Diskussion entwickelt. Viele schockt die Kaltschnäuzigkeit des vermeintlichen Diebes. Warum er das Handy nicht versichert hat und wie man so naiv sein kann, darüber erregen sich allerdings auch einige User. Und das nun Apple gefälligst was für seine PR tun und ein Handy spendieren soll.

Vielen tut David leid - es soll gesammelt werden

Vielen aber tut der Bursche einfach nur leid. Weil er sich sein iPhone 7 so mühevoll durch Zeitungsaustragen erspart hat, wollen sie ihm bei der Wiederbeschaffung helfen und spenden. Gene Aurigemma, Betreiber des Il Kiosko am Wörthsee, hat gleich 100 Euro in den Topf geworfen. „Das ist doch eine Sauerei, dass man Vertrauen und Ehrlichkeit so missbraucht. Aber vielleicht kriegen wir ja eine Summe für David zusammen“, sagte er auf Nachfrage. Wer den Burschen unterstützen will, kann also ab sofort bei Gene und Franca Aurigemma im Kiosko am Wörthsee, Steinebach, Seepromenade 19, gegen Quittung eine Spende abgeben. Das Geld wird an David weitergereicht. Oder er setzt sich per E-Mail mit der Redaktion in Verbindung: redaktion@starnberger-merkur.de.

Weil der Unbekannte das Handy offensichtlich sofort ausschaltete, ließ sich das Gerät nicht mehr orten. Eine Täterbeschreibung konnte David auch nicht liefern: Es war stockfinster. Ein bisschen was ist ihm nach und nach dann aber doch eingefallen. „Er war etwa so groß wie ich, 1,75 Meter, und blond. Kein Ausländer“, erinnert er sich, und: „Er hat gesagt, er wohnt in Gilching.“ Weil der Unbekannte angab, seine Mutter anrufen zu wollen, gab David Müller sein Handy weiter. Der andere nahm daraufhin die Beine in die Hand und sprang in die davon fahrende S-Bahn. Dabei hatten sich die beiden zuvor auf der Party noch unterhalten, der vermeintliche Dieb habe „einen total, netten Eindruck gemacht“. David hat bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Montessori-Schüler David muss nun erstmal seinen Quali machen. „Und dann werde ich mir sofort einen Job suchen, damit ich mir ein neues iPhone kaufen kann“, kündigt er an. Vielleicht gibt’s über die Hilfe von anderen zumindest eine Anschub-Finanzierung.

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