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„Irgendwann muss einfach Schluss sein“: Wirtsleute von Tölzer Traditionslokal hören auf

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Nach 26 Jahren verabschieden sich Theresia und Ferdl Galli von ihren Gästen im „Reutbergerstüberl“. „Es war kein einfacher Anfang“ „Schweinsbraten war der absolute Renner“
Nach 26 Jahren verabschieden sich Theresia und Ferdl Galli von ihren Gästen im „Reutbergerstüberl“. „Es war kein einfacher Anfang“ „Schweinsbraten war der absolute Renner“ © Hans Demmel

Theresia und Ferdl Galli hören nach 26 Jahren als Wirtsleute im Tölzer Reutbergstüberl auf. Einen Nachfolger gibt es bislang noch nicht.

Bad Tölz – Er war Gastwirt mit Leib und Seele. Stets tatkräftig unterstützt wurde Ferdl Galli dabei von seiner Frau Theresia. Doch nun haben sich die Wirtsleute vom „Reutbergstüberl“ an der Tölzer Schützenstraße für den wohlverdienten Ruhestand entschieden. „Auch wenn der Schritt nicht leicht fällt, am 9. Januar ist endgültig Schluss“, nennt der aus Kärnten stammende gelernte Metzgermeister sowie Koch den Termin für den Abschied und versichert: „Das hat überhaupt nichts mit Corona zu tun und auch sonst hat es keine Probleme gegeben.“

Der Anfang vor 26 Jahren war nicht einfach

Vielmehr ist der „Galli“, wie er von seinen Stammgästen genannt wird, überzeugt davon, nun altersbedingt den richtigen Zeitpunkt gewählt zu haben. Zwar sieht man ihm seine 70 Jahre nicht an, und auch gesundheitlich gibt es keinen Grund zu jammern, doch das sind eben beste Voraussetzungen, um die Freizeit zu genießen.

Als vor 26 Jahren die Anfrage von Hans Kappelsberger – dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Brauerei Reutberg – kam, gab es für Galli kein langes Überlegen. „Es war kein einfacher Anfang, doch bald wurde das Stüberl zu einer beliebten Adresse sowohl für Einheimische, als auch Urlauber oder Tagesausflügler“, erzählt Theresia Galli, die lange Zeit als Erzieherin im Kindergarten tätig war und nach Feierabend in der Gaststätte mithalf. Eine gut bürgerliche, bayerische Küche, stets zubereitet mit regionalen, frischen Produkten ließ den Kreis an Stammgästen immer größer werden.

Lange Zeit gab es im „Reutbergstüberl“ keinen Ruhetag

Lange Zeit gab es keinen Ruhetag, die ganze Woche stand Ferdl Galli in seinem Lokal, auch einen Betriebsurlaub gab es nicht. „Wir haben uns an das Wort Bedienung gehalten, in dem der Ausdruck dienen steckt. Dafür haben wir von den Gästen Vertrauen und Treue bekommen“, erzählt Theresia Galli.

Und so war der Gastraum samt Nebenzimmer immer gut besucht, und an schönen Tagen füllten sich die Plätze auf der Terrasse rasch. „Schweinsbraten war der absolute Renner“, berichtet der scheidende Wirt. Er würde sich freuen, wenn sein Nachfolger die Gaststätte im ähnlichen Stil weiterführt.

Ein Nachfolger als Wirt wird noch gesucht

Noch wurde niemand gefunden, Interessenten können sich direkt im „Reutbergstüberl“ melden oder einfach Verbindung zur Brauerei aufnehmen. Und Ferdl Galli würde auf Wunsch in den ersten Monaten sogar mitarbeiten.

Ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ möchten die Wirtsleute allen Gästen und Mitarbeitern für die vielen schönen Jahre sagen: „Danke und Pfiat Eich, schweren Herzens nehmen wir Abschied vom Reutberger. Aber irgendwann muss einfach Schluss sein.“

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