Irre Tiergeschichte

Katzenbaby reitet auf Achse von Isen bis München

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Blinder Passagier: Der kleine Kater auf der Hinterachse des Geländewagens.

Isen - Das könnte die Tiergeschichte des Jahres werden: Ein kleiner Kater ist von Isen nach München gereist – als blinder Passagier im Radkasten beziehungsweise auf der Hinterachse eines Geländewagens.

Henry Dinger ist Auto-Journalist, der mit Frau und Tochter in Isen lebt. Am Mittwochmorgen fuhr der Redakteur bei Top Gear Deutschland wie immer mit dem Auto ins Büro nach München-Haar. 30 Kilometer ging es mit dem Volvo XC90 nach München – über Landstraßen und mit hohem Tempo auch über die Autobahn. An der Redaktion stellte Dinger den Testwagen wie jeden Morgen in der Tiefgarage ab. Zum Rückwärtsrangieren öffnete er das Fenster. „Da hab ich ein Miauen gehört“, erzählt Dinger. Sofort habe er den Geländewagen gestoppt. „Ich wollte ja niemanden überfahren.“ Doch unter oder neben dem Auto war nichts zu sehen. Das Miauen ging aber weiter. Dinger holte eine Taschenlampe und sah genauer hin.

Sekunden später traute er seinen Augen nicht: Zwischen den Felgen blitzten ihn zwei Augen an. Tatsächlich steckte im Radkasten ein Stubentiger. Der Journalist holte seine Kollegen. Ganz langsam und mühsam tasteten sie sich an das Viecherl heran. „Wir hatten einen Karton dabei, nicht dass uns das Tier entwischt.“ Fünf Leute waren 45 Minuten lang damit beschäftigt, die Katze unversehrt zu befreien.

In der Redaktion wurde sie erst einmal intensiv gestreichelt und gefüttert. „Sie hatte riesigen Appetit“, erinnert sich Dinger. Zwei Tellerchen waren ruckzuck verputzt. Längst hatte das Kätzchen die Herzen der Journalisten erobert. Noch am gleichen Tag wurde es zu einem Tierarzt gebracht. Der gab Entwarnung: Das Tier war unversehrt. Nun stand auch fest: Bei dem blinden Passagier handelt es sich um einen etwa sechs Wochen alten und 730 Gramm leichten Kater.

Der soll nun zu seinem Eigentümer zurückkehren. Doch das ist leichter gesagt als getan. „Bisher wissen wir nicht, wo er daheim ist“, sagt Dinger. Er stellte ein paar Bilder auf seine Facebook-Seite. Mittlerweile ist er überzeugt: „Der kleine Kater muss in Isen eingestiegen sein“, und zwar an Dingers Wohnadresse Am Haning. „Ich habe nachts ein Miauen vernommen, wäre aber nie darauf gekommen, dass der bei mir unters Auto steigt.“ Immerhin hat sich jemand gemeldet, der berichten konnte, dass der reiselustige Bursche wohl schon mal unter einem Auto herumgekraxelt ist.

Vielleicht findet der kuriose Fund ja nun Eingang in Dingers Fahrbericht – „zum ungewöhnlichen Kleintiertransport unbedingt geeignet“.

Hans Moritz

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