Irrer Raser zerstört Kindern die Ferien

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Tamara, Julia und Philip M. sind verletzt und müssen Halskrausen tragen, weil sie ein Raser in höchste Gefahr gebracht hat

München - Das ist gemein. Geplant war ein Familieurlaub u.a. mit Station im Legoland in Günzburg. Ein Raser in einem schwarzen BMW zerstörte die Urlaubsträume der kleinen Familie.

Eigentlich wollten Philip (8) und Tamara (12) mit der Mama in den Ferien ins Legoland bei Günzburg fahren, freuten sich auf Badeausflüge an stille Seen im Oberland. Stattdessen tragen die beiden jetzt zwei steife Halskrausen, können sich kaum bewegen, und auch die Ausflüge fallen vermutlich flach. Schuld an Schmerzen und verpatzten Ferienfreuden ist ein dreister Raser, der am Sonntagabend in Neubiberg einen schweren Unfall verursachte. Dabei wurde das betagte, aber noch gut laufende Auto der Familie geschrottet. Der kriminelle Raser floh. Den hart arbeitenden Eltern fehlt das Geld für ein Ersatzauto. Und die Kinder sind todunglücklich.

Sonntagabend um 19.30 Uhr: Altenpflegehelferin Julia M. (38) kam mit den beiden kleinsten ihrer vier Kinder vom Baden, wollte heimfahren zum Abendessen. Auf der Äußeren Hauptstraße wollte sie links abbiegen, ordnete sich mit ihrem Opel Zafira auf der Linksabbiegerspur ein. Von vorne kam nichts. Julia M. fuhr gerade an. In diesem Moment schoss ein schwarzer BMW mit wahnwitziger Geschwindigkeit (links!) an ihr vorbei, raste über die durchgehende Linie und die Abbiegespur der Gegenfahrbahn – und verschwand: „Ich habe im letzten Moment voll gebremst und dachte noch: Wie fährt der denn? Da hat’s schon gekracht.“ Die Minifahrerin (24) hinter ihr war mit Karacho aufgefahren. Die junge Bürokauffrau (24) hatte angesichts des irrwitzigen Überholmanövers einen tödlichen Unfall kommen sehen, konnte vor Entsetzen nicht mehr reagieren: „Die Arme hat mir so leid getan“, berichtete Julia M. Am Mini entstanden 5000 Euro Schaden.

Gestern noch standen alle unter Schock: „Der Philip hat so laut geschrien wie noch nie in seinem Leben. Eine nette Türkin gab meinen Kindern was zu Trinken. Ich hab mich gar nicht bedanken können.“ In der Klinik stellten die Ärzte Schleudertraumata fest. Alle drei haben Nackenschmerzen und müssen Halskrausen tragen – sehr unangenehm bei der Hitze. Niederschmetternde Nachrichten kamen auch aus der Werkstatt: „Unser alter, aber gut funktionierender Opel Zafira ist ein wirtschaftlicher Totalschaden. Dafür kriegen wir keine 2000 Euro mehr. Das war eine Super-Familienkutsche mit viel Platz für uns alle. So einen finde ich für das Geld doch nicht wieder.“ Die Familie war auf das Auto angewiesen. Vater M. ist Lkw-Fahrer und nur an den Wochenenden zu Hause. Die Familie st erst kürzlich von Trudering nach Neubiberg umgezogen, und das Geld ist knapp.

Nach dem Raser fahndet nun das Unfallkommando. Es handelt sich um einen schwarzen 3er-BMW (Typ E91 oder 92, neueres Baujahr), schwarz getönte Heck- und Seitenscheiben, Münchner Kennzeichen. Am Steuer saß ein Mann (schwarze Haare, leichter Vollbart, südländische Erscheinung). Vermutlich saß auch noch eine junge Frau und ein weiterer Mann im Auto. Die Polizei (Tel. 089/62 16-33 22) bittet dringend um Hinweise.

Dorita Plange

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