Die Isarbrücke wird nicht gesperrt

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Die Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning wird nicht gesperrt.

Landkreis - Die Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning wird nicht gesperrt. Nach massiven Protesten der betroffenen Kommunen ist das Staatliche Bauamt Freising zurückgerudert. Ein neues Konzept ist schon auf dem Tisch.

Von Mai an fünf Monate Vollsperrung. Die Umleitungen über Grüneck (Landkreis Freising) und den Föhringer Ring mehr als 15 Kilometer länger. Probleme beim Schulbusverkehr. Die Liste der Unannehmlichkeiten war lang, die Kritik an den Planungen des Staatlichen Bauamts Freising enorm. Jetzt haben die Planer reagiert. Die Sperre wird es nicht geben. Die 52 Jahre alte B 471-Isarbrücke bleibt solange für den Verkehr freigegeben, bis sie unbedingt saniert werden muss. Zehn Jahre ist Zeit, hat das Bauamt errechnet. Dann wird neu gebaut und die alte Brücke solange als Behelf genutzt. Auf diese Weise könne der Verkehr „nahezu vollständig aufrecht erhalten werden“, teilt das Amt in einer Pressemeldung mit. Und verspricht: Eine Sperre der B 471 ist bei dieser Alternative nur zwischen zweier „realtiv kurzer Phasen“ notwendig. Und auch die Sicherheit sei gewährleistet. Die Ingenieure wollen den „Bauwerkszustand intensiv beobachten“.

Dass bis auf Weiteres alles beim Alten bleibt, ist einer Initiative von Reiner Knäusl zu verdanken. Der ehemalige Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, der selbst in Ismaning lebt, hatte am Freitag Vertreter der Obersten Baubehörde sowie die Bürgermeister Franz Schwarz (SPD), Unterföhring, und Michael Sedlmair (FWG), Ismaning, zu einem Gespräch an einen Tisch geholt. Mit dabei war zudem Peter Riedl („Unabhängige Garchinger“), Zweiter Bürgermeister in Garching.

Und schnell war klar: Die Folgen der Sperre wären verheerend für die Menschen im Umland. „Der Obersten Baubehörde war das Interesse der Bürger näher als dem Bauamt Freising“, sagte Knäusl hinterher. Und tatsächlich: Schon am späten Freitagnachmittag schickte das Freisinger Amt die Meldung mit der Neuregelung raus.

Die Erleichterung ist groß: So sagt Schwarz, er sei - nach dem Schock vorher - jetzt „froh und glücklich“. Die Sperre hätte viel Verkehr durch die Unterföhringer Wohngebiete geführt, da die Münchner Straße zu dieser Zeit wegen der Geothermie aufgerissen ist. Bleibt die Frage, warum die Planer nicht im Vorfeld ihrer Entscheidung genauer untersucht haben, welche Auswirkungen die Sperre der alten Isarbrücke nach sich gezogen hätte.

Erleichterung auch bei Ismanings Bürgermeister Sedlmair: „Die Probleme wären erheblich gewesen, vor allem für den Schulverkehr.“ Sein Eindruck nach dem Gespräch: „Die Sanierung war sehr auf Kante genäht, es gab viel Druck auch wegen der Zeit.“ So sei die Entscheidung gegen die Sperre am Ende auch in gewisser Weise im Sinne der Planer gewesen. Dass der massive Protest nun den Umschwung gebracht hat, freut ihn. Und er hofft, dass seine Sorge, die neue Brücke könnte einmal breiter als die alte ausfallen, unbegründet ist. Erste Aussagen von oberster Stelle jedenfalls gehen nicht von einer Verbreiterung aus. Unter anderem, weil die B 471 abgestuft werden soll von der Bundesstraße zur Staatsstraße.

Isabel Weinfurtner

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