Ismaninger Burschen klauen Maibaum

Triumphierend: Die Ismaninger Burschen mit ihrer Beute hinter der Ortsgrenze. Foto: Ismaninger Burschen

Ismaning - Beinahe wäre es schiefgegangen - doch am Ende triumphierten die Ismaninger Burschen: Sie klauten den Oberföhringer Maibaum.

Fast wäre alles schiefgegangen. Eine Eisenstange kracht auf den Boden, zerreißt die Stille der Nacht. Die Wachen sind gewarnt. Doch die Diebe sind schneller. So wird der Raubzug wieder einmal zum Triumphzug. Die Ismaninger Burschen haben es geschafft. Der Oberföhringer Maibaum ist in ihrer Hand.

Es ist Punkt 3 Uhr morgens. 35 Männer pirschen sich an den Bürgerpark in Oberföhring heran. Schwarze Hosen, schwarze Jacken, schwarze Sturmhauben: Wie ein Sondereinsatzkommando rücken die Ismaninger Burschen vor. Alles ist bis ins Detail geplant. Zehn Mann stürmen zum Vereinsheim. Nur zwei Frauen und ein Mann schieben dort Wache. Die Ismaninger wissen das. „Auch in dieser Nacht waren unsere Späher unterwegs“, sagt Burschen-Chef Alexander Lutz, der die ganze Aktion koordiniert. Gegen die Übermacht haben die drei Wachen keine Chance. Die Diebe halten die Fensterläden zu, verbarrikadieren die Tür.

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Der Rest der Truppe kümmert sich um das eigentliche Ziel. Gut 28 Meter misst der Baum, knapp zwei Tonnen bringt er auf die Waage. Ein kleiner Bauwagen ist schnell zur Seite geschoben. Dann ist der Weg frei. Mit reiner Muskelkraft wuchten die Männer das Ungetüm auf ihren Anhänger, verzurren den Stamm notdürftig. Alles muss schnell gehen, jede Sekunde kann die Verstärkung der Oberföhringer eintreffen. So schnell es die Fracht zulässt, treten die Ismaninger den Rückzug an. Das rettende Ortsschild kommt in Sicht, noch einmal ein banger Blick zurück. Doch alles geht gut. Mission erfüllt. Jetzt können auch die Männer vom Vereinsheim abziehen. Die geschlagenen Bewacher der Vereinsgemeinschaft sind wieder frei.

Noch als die Maibaumdiebe ihre Beute richtig festbinden, trifft Hans Fuchs an der Ortsgrenze ein. Der 70-Jährige ist bei der Vereinsgemeinschaft für das Traditionsstangerl zuständig. Noch vor Ort wird die Ablöse ausgehandelt: Drei Mass Bier und eine Brotzeit pro Person. Am Sonntag sollen Bier und Baum den Besitzer wechseln. Den Dieben zollt Fuchs Respekt. „Das haben sie perfekt gemacht.“

Aus ihrem Fehler will die Oberföhringer Vereinsgemeinschaft Lehren ziehen. Ist ihr Baum erstmal wieder da, wollen sie ihn nicht mehr aus den Augen lassen, kündigt Hans Fuchs an. Soll heißen: Die Wache findet jetzt direkt am Traditionsstangerl statt. Eine zweite Chance sollen die Diebe auf gar keinen Fall bekommen. Fuchs: „Einmal bestohlen werden ist in Ordnung. Ein zweites Mal wäre eine Schande.“

Tobias Gehre

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