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Nur an neun Tagen geöffnet: Pop-up-Restaurant überrascht mit argentinisch-bayerischem Essen

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Von: Andreas Steppan

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In idyllischer Umgebung vor dem ehemaligen Café Pfund in der Jachenau hatte das „Pop-up-Restaurant“ Parasado im Mai schon einmal bei einem Probelauf seine langen Tafeln und den Grill aufgebaut.
In idyllischer Umgebung vor dem ehemaligen Café Pfund in der Jachenau hatte das „Pop-up-Restaurant“ Parasado im Mai schon einmal bei einem Probelauf seine langen Tafeln und den Grill aufgebaut. © Parasado

In der Jachenau öffnet ein bayerisch-argentinisches Restaurant unter freiem Himmel. Das „Parasado“ vor dem ehemaligen Café Pfund gibt es aber nur auf Zeit.

Jachenau – „Pop-up-Stores“ hat es im Landkreis schon öfters gegeben: Geschäfte also, die ihre Waren für einen begrenzten Zeitraum in leer stehenden Räumen aufbauen und dann wieder verschwinden. An den kommenden drei Wochenenden aber wird es in der Region erstmals ein „Pop-up-Restaurant“ geben. Am ehemaligen Café Pfund in der Jachenau stellen der Münchner Koch Malcolm Praun und sein Team einen großen Grill und lange Tafeln unter freiem Himmel auf.

Mit seinen 23 Jahren bringt Malcolm Praun schon einiges an Erfahrung mit. Mit fünfzehn, erzählt er, habe er das Gymnasium abgebrochen, weil er Koch werden wollte. Den Beruf erlernte er im Münchner „Ratskeller“, orientierte sich danach bald in Richtung Sterne-Gastronomie, arbeitete in Modena, Slowenien, Argentinien und Chile, zuletzt im „Ludwig 8“ in München, bevor er sich mit dem Unternehmen „Parasado“ selbstständig machte.

Der junge Koch Malcolm Praun tischt im Pop-up-Restaurant in der Jachenau auf.
Der junge Koch Malcolm Praun tischt im Pop-up-Restaurant in der Jachenau auf. © Parasado

Pop-up-Restaurant in der Jachenau mit argentinisch-bayerischem Asado

Zumeist kocht Praun auf Hochzeiten oder Firmenevents. Mit einem „Pop-up-Restaurant“ will der Gastronom nun die Chance nutzen, über solche geschlossenen Veranstaltungen hinaus einem breiteren Publikum zu zeigen, was er anzubieten hat. Die Jachenau ist dabei sein erster Anlauf, weitere Stationen an verschiedenen Orten in Bayern oder auch in Berlin seien in Vorbereitrung.

Auch in kulinarischer Hinsicht bietet „Parasado“ etwas für den Isarwinkel Ungewohntes. Praun, dessen Mutter aus Buenos Aires stammt, knüpft an die argentinische Tradition des „Asado“ an. In großer Runde versammelt man sich dabei um den offenen Grill. Diese Idee wandelt der 23-Jährige etwas ab. Zwar grillt und kocht auch er über dem offenen Feuer. „Aber die Kulinarik ist eher bayerisch“, sagt er. Während sich ein original südamerikanisches Asado „vor allem ums Fleisch dreht“, wie Praun sagt, legt er ein breiteres Spektrum an Speisen auf den Grill. Dabei steht auch immer eine vegetarische Menüvariante zur Auswahl.

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Regionales Fleisch kommt auf den Grill

So liegen auf seinem „argentinischen Jausenbrettl“ zum Beispiel Tatar entweder von der Roten Bete oder vom Onglet (Rindfleisch aus dem Lendenteil des Zwerchfells), Rotkrautsalat, handgemachte Empanadas (Teigtaschen) und argentinische Chorizos (Würstchen). Bei den Hauptspeisen stehen Lachsforelle mit regionalem Miso und Entrecôte im Ganzen gegrillt sowie Onglet mit Chimichurri, Sauce Béarnaise und Salsa Lucia auf der Karte. Die Alternative sind Blumen-Romana-Herzen mit Miso und karamellisierte Karotten mit Lauchherzen, Safran-Buttermilch und Nüssen. Zum Dessert kommt noch Wassermelone auf den Grill, dargereicht mit Limettencreme und Beerencrumble.

Bei den Zutaten legt der 23-Jährige großen Wert auf Regionalität. Das Fleisch komme aus regionaler Tierhaltung vom Starnberger See mit eigener Schlachtung, die Süßwasserfische aus der Fischzucht Birnbaum am Ammersee.

Video: Ist Argentinisches Steak wirklich das beste Fleisch der Welt?

Ehemaliges Café Pfund in Jachenau war einst bei Wanderern beliebt

Ebenso einzigartig wie das Menü ist aus Prauns Sicht die Örtlichkeit. Über Bekannte aus der Jachenau sei er auf das ehemalige Café Pfund im Ortsteil Dorf gestoßen. Einst war es eine beliebte Anlaufstelle für Wanderer, ist aber schon seit rund 20 Jahren geschlossen. Das Haus beherbergt heute nur noch eine kleine Pension. Die große Terrasse ist für Praun ein idealer Ort, um in einem idyllischen Ambiente seine Küche beziehungsweise den großen Grill und die selbst gebauten Tische aufzustellen. Kochen wird laut Praun ein vierköpfiges Team, dazu rückt er mit drei bis vier Service-Mitarbeitern an.

Die Gäste – pro Termin gibt es bis zu 50 oder 55 Plätze – sitzen gemeinsam an langen Tafeln, können direkt beim Zubereiten der Speisen zuschauen und sollen auch in den Genuss eines Gemeinschaftserlebnisses kommen und sich gegenseitig kennenlernen. Bei schlechtem Wetter werden die Tische im Haus aufgestellt. Vorläufig verheißen die Wetteraussichten aber milde argentinisch-bayerische Nächte.

Infos

Das Pop-up-Restaurant Parasado öffnet unter der Adresse Dorf 7 1/5 in der Jachenau am 15./16./17., 22./23./24. und 29./30./31. Juli jeweils freitags und samstags ab 19 Uhr und sonntags ab 13 Uhr. Das Menü kostet für Erwachsene 69 Euro. Vorab-Reservierung auf www.parasado.de erforderlich.

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