Ihre Reise ist zu Ende

Jacky hat den Kampf gegen den Krebs verloren

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Jacky Drappeldrey:  Die junge Mutter (27) hat den Kampf gegen den Krebs verloren. 

Es war eine kurze letzte Reise. Anfang August kam Jacky Drappeldrey ins Hospiz nach Polling. Am Samstagnachmittag schloss die 27-Jährige aus Geretsried für immer die Augen.

Geretsried – Es war eine kurze letzte Reise. Anfang August kam Jacky Drappeldrey ins Hospiz nach Polling. Am Samstagnachmittag schloss die 27-Jährige für immer die Augen. Die Geretsriederin, Mutter einer achtjährigen Tochter, hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Ihre Angehörigen teilten am Sonntag auf Jackys Facebook-Seite mit, dass ihre geliebte Tochter, Enkelin, Nichte, Schwester und Mutter friedlich und schmerzfrei eingeschlafen sei.

Rund 35.000 Menschen folgten der jungen Frau auf ihrem Blog „Pinke Pusteblume“. Seit einigen Tagen steht das von ihren Unterstützern herausgebrachte, gleichnamige Buch auf der Amazon-Bestsellerliste. Es ist eine Zusammenfassung von Jackys Einträgen. Im letzten Post am 5. August bedankt sich Jacky, dass ihr Herzenswunsch – die Veröffentlichung des Buchs – erfüllt wurde. Etliche Follower drücken der Familie auf Facebook gerade ihr Beileid aus. Die Nachricht von ihrem Tod wurde bereits über 1000 Mal geteilt.

Im Juni 2015 war die angehende Erzieherin an einer besonders aggressiven Art von Brustkrebs erkrankt. Nach der Entfernung des Tumors bildeten sich ein knappes Jahr später Metastasen in den Knochen. Die Ärzte erklärten, es gebe keine Aussicht auf Heilung. Damals sagte Jacky im Gespräch mit unserer Zeitung, sie wolle kämpfen, um so lange wie möglich für ihre Tochter Leonie da sein zu können. Und gekämpft hat die alleinerziehende Mutter. Sie ertrug etliche Chemotherapien und Bestrahlungen, unternahm noch Reisen mit ihrer Familie und Freunden und machte trotz ihrer aussichtslosen Lage anderen immer wieder Mut. „Passt auf euch auf, genießt euer Leben, schiebt nichts auf die lange Bank“, schrieb sie auf Facebook. Sie war ein lebensfroher Mensch.

Im Sommer teilten die Ärzte der Patientin mit, dass sich auch im Gehirn und in der Leber Metastasen gebildet hatten. Weitere Therapien erschienen nicht mehr sinnvoll. Nach einem Zusammenbruch Ende Juli entschloss sich die Geretsriederin, in ein Sterbehospiz zu gehen.

Die 27-Jährige hat seit Anfang des Jahres alles für ihre eigene Beerdigung vorbereitet. Sie hat, auch mit Hilfe unserer Zeitung, Spenden für die Feier gesammelt, die Rede mit einer Trauerrednerin besprochen und den Grabstein nach ihren Vorstellungen anfertigen lassen. Er ist aus Granit mit einer pinken Pusteblume, deren Fähnchen der Wind verteilt. 

Tanja Lühr

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