Jäger hätte ihn erschießen dürfen

Hund hetzt tragende Rehgeiß zu Tode

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Mit tiefen Bisswunden in Gesicht, Hals und Genick fand der Jäger die tote Rehgeiß. Sie war tragend mit zwei Kitzen.

Odelzhausen - Eine tragende Rehgeiß ist bei Todtenried von einem wildernden Hund gehetzt und getötet worden. Die Hundehalterin habe nur schnell die Leine wechseln wollen, sagt sie. Ein Landwirt hat andere Beobachtungen gemacht...

Jäger und Naturschützer sind sauer. Sauer auf rücksichtslose Hundehalter, die sich offenbar nicht um die Natur scheren und denen die Wildtiere egal sind. Der Ärger wird mit jedem gerissenen Reh größer. Wie vor wenigen Tagen im Odelzhauser Jagdrevier: Diesmal riss ein freilaufender Hund eine Rehgeiß, die bald zwei Kitze geboren hätte.

Das Reh wurde bei Todtenried von dem wildernden Hund gejagt und schließlich getötet. Die Hundehalterin ist bekannt - und nach eigenen Angaben am Boden zerstört. Sie hatte angeblich nur kurz die Leine wechseln wollen, als in der Nähe ein Reh aufsprang. Ihr Hund sei vom Jagdtrieb erfasst worden und dem Reh hinterhergehetzt. Die Hundehalterin will aber Verantwortung übernehmen - und zukünftig noch besser aufpassen.

Landwirt Michael Haas hatte den Vorfall beobachtet. Dabei hat der Hund noch Glück gehabt. Denn hätte ein Jäger die Situation beobachtet, wäre er nach geltendem Jagdrecht berechtigt gewesen, den Hund zu erschießen. Haas berichtet: „Die Frau ging am Holzgraben bei Todtenried mit ihrem nicht angeleinten Hund. Der Hund rannte mehr als 30 Meter entfernt von ihr in den Wald. Plötzlich sah ich ein Reh panikartig am Holzgraben entlang über das Feld und dann in den Wald laufen, der Hund hetzte nach.“

Haas alarmierte Ulrich Kalmbach, Jagdpächter eines Odelzhausener Jagdreviers. Der Jäger fand einige Zeit später das tote Reh mit tiefen Bisswunden an Gesicht, Hals und Genick. Besonders tragisch: Es handelte sich um eine tragende Geiß, die in wenigen Wochen zwei Kitze geboren hätte.

Kalmbach ist sauer über die Unvernunft vieler Hundehalter und darüber, dass auch regelmäßige Informationen nichts nutzen. „Die Leute ziehen aufs Land und wissen nicht, was sie dürfen und was nicht“, meint der Jäger. Er will diesmal nicht mehr auf eine Anzeige verzichten. Das Landratsamt müsse dann über ein Bußgeld gegen die Hundehalterin entscheiden. Kalmbach: „Anscheinend kümmern sich nur noch Jäger, Landwirte und Naturschützer um die Natur. Andere, besonders unvernünftige Hundehalter, treten dagegen die Umwelt mit Stiefeln.“

Immer wieder sehen Haas sowie andere Landwirte und Jäger Hundehalter, die ihr Tier über Felder und Wiesen laufen lassen, obwohl das eigentlich verboten ist. Gerade jetzt in der Setz- und Brutzeit kümmern sich Wildtiere um ihre Brut oder ziehen Nachwuchs auf. Hunde ohne Leine in der freien Natur laufen zu lassen, sei verantwortungslos. Haas und Kalmbach ärgern sich wie viele andere Landwirte und Naturschützer über die Rücksichtslosigkeit gegenüber Wildtieren und auch der Pflanzenwelt. „Jetzt, wo alles wächst und gedeiht, ist jede Störung verheerend“, so Kalmbach. Besonders ärgerlich sei zudem, dass gerade naturnahe Ausgleichsflächen, die eigentlich die Artenvielfalt erhalten sollen, gerne als Hundespielplatz benutzt werden.

(sm)

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