Über den Jahreswechsel im Planegger Holz

Jägersitz gestohlen: Waren es Wilderer?

+
Otto Musch ist fassungslos: Unbekannte haben seinen Hochsitz Model Bockleiter  gestohlen. So etwas hat er in seinen 30 Jahren als Jäger noch nie erlebt.  

Im Planegger Holz ist ein Hochsitz gestohlen worden. Jäger Otto Musch ist fassungslos. Er vermutet, dass Wilderer dahinterstecken. Sie sollen für eine weitere Tat verantwortlich sein.

Würmtal – Das ganze Revier hat Otto Musch (66) abgesucht. Stundenlang. Doch von seinem Hochsitz keine Spur. Er ist weg. Jetzt hat der Jäger aus Krailling Anzeige bei der Planegger Polizei erstattet. Er ist sich sicher, dass der tragbare Hochsitz aus Aluminium im Planegger Holz geklaut wurde. Drei Monate lang habe er in der Nähe des Aubinger Wegs gestanden. Zwischen Sonntag, 31. Dezember, 14 Uhr, und Donnerstag, 4. Januar, 15 Uhr, sei er von dort verschwunden.

Kollegen hat Musch nicht im Verdacht. „Ich vermute eher, dass das Wilderer waren“, sagt er. In der ersten Januarwoche habe er ein Reh gefunden, welches am Haupt an einem Baum aufgehängt worden war, der Körper war herausgeschnitten worden. „Ich habe die Vermutung, dass das zusammenhängt“, sagt er. Die Polizei meint, es könnten auch Metalldiebe gewesen sein, und bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Der Jäger Thomas Prell aus Stockdorf, warnt davor, die Konfrontation mit möglichen Wilderern zu suchen. „Diese Leute sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bewaffnet.“ Wer auffällige Autos oder Menschen beobachte, solle sich das Kennzeichen notieren und die Polizei anrufen. „Finger weg von diesen Leuten“, sagt er deutlich. Zuletzt habe es vor zwei Jahren Wilderer in seinem Revier gegeben. Seitdem sei es ruhig gewesen. Prell findet: „Es ist immer merkwürdig, dass ein Wilderer etwas zurücklässt. Vielleicht ist er aber auch gestört worden.“ Auch er habe tragbare Sitze im Einsatz, doch nehme er sie immer mit nach Hause oder verstecke sie gut im Wald, erklärt Prell. „Herr Musch geht vom guten Menschen aus“, sagt Prell.

Was Musch besonders ärgert, ist, dass er den verschwundenen Hochsitz erst kürzlich gekauft hat. „Ich habe nur einen, denn mehr brauche ich von denen nicht.“ Alle drei bis vier Monate stelle er den Sitz um. „Ich hatte vorher einen anderen transportablen Hochsitz aus Eiche, der war schwer“, sagt er. Jetzt wollte er aber einen leichteren Hochsitz haben und kaufte sich deshalb für rund 700 Euro den Alu-Feldsitz, Modell Bockleiter. Das neue Gerät ist mit 16 Kilogramm nicht gerade schwer. Aber: „Es ist a sperriges Trum“, wie Musch sagt. Einer alleine könne den Sitz nicht bewegen. „Zwei Leute können ihn leicht wegtragen.“ Der verschwundene Hochsitz sei rund drei Meter hoch und messe an den Füßen 2,20 auf 2,20 Meter, erklärt er.

Seit 30 Jahren ist Musch Jäger, seit über 20 Jahren ist er für sein Revier verantwortlich. Von einem geklauten Hochsitz hat er noch nie gehört. „Irgendwann ist immer das erste Mal“, sagt er. Aber irgendwann werde es den Dieb schon erwischen. „Wenn’s lang regnet, werd a jeder nass.“

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Schwerer Unfall: Porsche kollidiert frontal mit BMW - Mehrere Verletzte
Schwerer Unfall: Porsche kollidiert frontal mit BMW - Mehrere Verletzte
Südkoreaner rast mit geliehenem Sportwagen über A95 und kracht neun Mal in Mittelleitplanke
Südkoreaner rast mit geliehenem Sportwagen über A95 und kracht neun Mal in Mittelleitplanke
Flaschensammlerin findet Berührendes in ihrem Briefkasten - dann schlägt das Schicksal erneut grausam zu
Flaschensammlerin findet Berührendes in ihrem Briefkasten - dann schlägt das Schicksal erneut grausam zu
Polizei schnappt die „Geldautomaten-Bumser“ - offenbar kurz vor ihrer nächsten Tat
Polizei schnappt die „Geldautomaten-Bumser“ - offenbar kurz vor ihrer nächsten Tat

Kommentare