Die Jahresbilanz, die Ziele

Therme Erding plant spektakuläres Projekt

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Die größte Therme der Welt: Diese Luftaufnahme entstand im November vorigen Jahres und zeigt (v. l.) die Sauna, die Therme, den Rutschenpark und das Wellenbad im Hotel. Erweiterungsflächen gibt es nur noch rechts im Bild neben dem Parkplatz. Sie sollen demnächst genutzt werden.

Erding - Die Therme Erding blickt auf ein weiteres Rekordjahr zurück: 1,74 Millionen Badegäste wurden 2016 gezählt, 140 000 mehr als im Jahr davor. Nicht nur deswegen wird an der nächsten Erweiterung getüftelt.

In zwei Jahren wird die Therme Erding ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Dann rechnet Inhaber Jörg Wund mit jährlich 1,8 Millionen Besuchern. Hotel und Wellenbad sind im dritten Jahr in Betrieb – und maßgeblich für die starken Steigerungsraten in jüngster Vergangenheit verantwortlich.

Der Blick in die Statistik zeigt Wund und Prokurist Uwe Barth, dass die Therme Erding das ganze Jahr über die Scharen lockt. „Mittlerweile begrüßen wir selbst an heißen Sommerwochenenden bis zu 5000 Besucher am Tag“, berichtet Wund.

Barth führt das auch darauf zurück, dass die Therme immer mehr zur Eventfläche wird. „Vor allem die Konzerte mit bekannten Stars wie voriges Jahr Glasperlenspiel gehen sehr gut.“ Die Fans verfolgten, wo ihre Stars auftreten und reisten ihnen nach. Für die Badelandschaft ein positiver Nebeneffekt: „So vergrößern wir unseren Einzugsbereich auf ganz Deutschland“, freut sich Wund. Auch heuer seien wieder Events geplant, unter anderem anlässlich des zehnten Geburtstags von Sauna und Rutschenpark Galaxy. Zugesagt hat bereits die Pop-Band Marquess.

Wund und Barth können damit leben, dass sie den Titel „Größte Thermenlandschaft der Welt“ bald verlieren könnten – an Sinsheim. Denn der vor einem Ausbau XXL stehende Wellnesstempel neben dem Hoffenheim-Stadion gehört ebenfalls zum Wund-Imperium. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Banken mit Kreditzusagen auf uns zukommen“, berichtet Wund.

Im vergangenen Jahr hat sich in Erding wieder einiges verändert: Größte Neuerung ist die russische Banja, eine Blockhaus-Sauna mit über 100 Plätzen. Neu ist auch das Nebelwald-Dampfbad.

Im ProSieben-Video: Das Größte Wellness-Paradies Europas

Nicht zuletzt wurde das Chalet-Angebot im Galaxy erweitert, ein kleines Hüttendorf im alpenländischen Stil. Barth freut sich, „dass wir hier einen Trend gesetzt haben. Denn immer mehr Familien wollen nach dem Baden, Rutschen und Saunieren ihre Ruhe in einem abgeschirmten Bereich haben.“ Dafür seien sie bereit, „zu unseren sicher nicht gerade billigen Eintrittspreisen einen dreistelligen Betrag draufzulegen“, so der Prokurist. Auch das Hotel sei stets nahezu vollbelegt. „Der Trend geht in Richtung exklusives Wellness-Wochenende vor der Haustür anstatt weit weg in den Urlaub zu fliegen“, sagt Barth und verweist auf viele Urlaubsziele am Mittelmeer, die nicht mehr sicher seien. „Immer mehr bleiben lieber hier.“

2017 stehen die Zeichen weiter auf Wachstum, allerdings ein gemäßigtes. „Derzeit sind alle Flächen in unserem Besitz überbaut. Wollen wir uns weiter ausdehnen, müssen wir an die Grundstücke kommen“, berichtet Wund. Expansion sei nur noch südöstlich des Hotels und des Wellenbades möglich, wo fürs Erste weitere Parkmöglichkeiten entstehen. Auch das Hotel könnte hier erweitert werden.

Nächstes größeres Projekt soll Saunadorf am See werden

„Wir stimmen unsere Ausbaupläne eng mit der Stadt ab. Wir wollen das miteinander stemmen“, sagt Wund. Nächstes größeres Projekt soll ein Saunadorf am See mit mehreren Hütten und verglasten Ruheräumen sein – aber nicht vor 2018.

In der Ferne zieht ein Mammutprojekt auf: Der Inhaber will die 1999 eröffnete Kerntherme ab 2020 sanieren und teils neu bauen. „Diesen Bereich werden wir dann für ein halbes Jahr schließen müssen.“ Der Handlungsbedarf sei aber unübersehbar.

Die Therme beflügelt auch den örtlichen Arbeitsmarkt: Bad und externe Dienstleister beschäftigten rund 1000 Menschen.

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