Jakob ist tot: Der traurige Abschied

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Jakob (33) aus Gräfelfing – hier mit Freundin Lisa (26) im Januar im Skiurlaub – hat den Kampf gegen den Krebs verloren

München - Er hat gekämpft, gehofft – und doch verloren. Tausende Münchner ­haben am Schicksal des krebskranken Jakob Anteil genommen. Doch für den Gräfelfinger kam jede Hilfe zu spät.

Mit nur 33 Jahren starb Jakob am Samstag an den Folgen seiner heimtückischen Krankheit.

„Ich will leben. Zum Sterben bin ich zu jung“, hatte Jakob der tz noch Ende Juni erklärt. Erst vor zwei Monaten stellte der Arzt die Diagnose: Jakob leidet an einer besonders seltenen und aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs. Seine einzige Chance: eine Stammzellentransplantation.

Verzweifelt hatten Jakobs Familie und Freunde daraufhin Typisierungsaktionen organisiert, bei denen ein geeigneter Spender für Jakob gefunden werden sollte. Die Anteilnahme war riesig: Alleine in der BMW-Welt ließen sich Anfang Juli mehr als 2000 Menschen als potentielle Stammzellspender typisieren. Auch die Freiwillige Feuerwehr Oberschleißheim und der Erlebnis-Veranstalter Jochen Schweizer, bei dem Jakob einst Praktikant war, hatten Hilfsaktionen auf die Beine gestellt.

Die Zeit rannte. Doch es war ein Kampf, den der schwerkranke Gräfelfinger nicht gewinnen sollte. Vor zwei Wochen wurde er mit ­einem Infekt in die Klinik ­eingeliefert. Doch die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun: Vergangenen Samstag starb der 33-Jährige an multiplem Organversagen.

Der Tod von Jakob ist ein schmerzhafter Schlag für seine Eltern, Geschwister und Freundin Lisa (26). Bis zuletzt hatte sich die Familie verzweifelt an jeden Strohhalm geklammert, jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer herbeigesehnt. Nun brauchen sie alle Kraft der Welt, um mit diesem Verlust fertig zu werden. „Unser Schmerz ist unsagbar groß“, erklärt seine Schwester Juliane gegenüber der tz. „Aber wir danken allen, die Jakob helfen ­wollten.“ Am Samstag wird Jakob in seinem Heimatort Gräfelfing beerdigt.

C. Schmelzer

„Die Hilfe war nicht umsonst“

Für Jakob († 33) kam die Hilfe zu spät – aber mit den Hilfsaktionen kann nun vielleicht anderen Krebskranken geholfen werden. „Leider konnten wir Jakob nicht mehr helfen. Doch die Typisierungsaktionen waren auf keinen Fall umsonst: Nun können vielleicht andere Leben gerettet werden“, sagt Stephanie Lohde, Referentin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Zwar sind bereits mehr als 2,4 Millionen Menschen bei der DKMS registriert. Doch noch immer warten viele Krebskranke auf einen geeigneten Stammzellenspender. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewerbemerkmale zweier Menschen übereinstimmen, reicht derzeit von 1 zu 20 000 bis zu weit über 1 zu mehreren Millionen! Die Suche nach einem Spender ist deswegen auch immer ein Wettlauf um Leben und Tod. 

Weltweit konnte die DKMS allein im vergangenen Jahr für 2500 Krebspatienten einen passenden Spender finden. Wer helfen will: Auf der Internetseite www.dkms.de können sich Spendewillige sogar ganz einfach online registrieren lassen. Weitere Informationen telefonisch unter 0 70 71/94 30.

CS

 

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