Mit Windkanal

Jochen Schweizer baut Freizeitpark in Taufkirchen

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Schwereloses Vergnügen: Beim sogenannten Bodyflying wird der Mensch zum Flugobjekt. Er schwebt über dem Windstrahl aus einer Turbine, an der Jochen Schweizer selbst mitgetüftelt hat. Bislang gibt es einen solchen Windkanal in Deutschland nur in Bottrop.

Landkreis/Taufkirchen - An der Ludwig-Bölkow-Allee in Taufkirchen entsteht ein neues Mega-Projekt: Auf ehemaligen Flächen von EADS (heute Airbus Group) zieht der Unternehmer Jochen Schweizer einen Erlebnispark auf 15 000 Quadratmetern hoch.

Update vom 20. Februar 2017: Am 4. März 2017 eröffnet Jochen Schweizer seine Erlebnis-Arena in Taufkirchen. Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zur Jochen Schweizer Arena München wissen müssen.

Herzstück ist ein 30 Meter hoher Turm mit Windkanal, in dem die Besucher dahinschweben.

Es nennt sich Sport- und Erlebniszentrum, doch wer den „Event-Unternehmer“ Jochen Schweizer kennt, weiß, dass sich dahinter mehr verbirgt als ein größerer Spielplatz. Tatsächlich entsteht auf den 15 149 Quadratmeter großen Flächen an der Ludwig-Bölkow-Allee in Taufkirchen mit der „Jochen Schweizer Erlebniswelt“ der bislang erste Freizeitpark dieser Art in Süddeutschland.

In Kooperation mit der Airbus Group will die Jochen Schweizer Projects AG ein propellerförmiges Gebäude (2800 Quadratmeter) errichten - mit einem Windkanal für Body Flying, einem Wasserbecken mit stehender Indoor-Surfwelle (ähnlich dem Eisbach) und einem großen Konferenz-, Seminar- und Eventbereich. Dazu kommen Gastronomie sowie im Außenbereich ein Spielplatz mit Hochseil-Klettergarten und Biergarten. Diese Mischung entspricht „unserer Vision von der aktiven Freizeitgestaltung im urbanen Umfeld“, sagt Wolfgang Langmeier, Vorstandsvorsitzender der Jochen Schweizer Projects AG.

Den entsprechenden Bauantrag hat der Bauausschuss Taufkirchen mit breiter Mehrheit abgesegnet. Nun geht er weiter ins Landratsamt, wo über die endgültige Baugenehmigung entschieden wird. Baubeginn könnte im Frühsommer sein. Einzig Susanne Schöber (ILT) und Gabriele Zaglauer-Swoboda (Grüne) verweigerten ihre Zustimmung zu dem Mega-Projekt (siehe Kasten), übrigens nicht das erste Vorhaben, mit dem sich der Gemeinderat an dieser Stelle beschäftigt.

2010 hatte die Firma Zeppelin in Taufkirchen angeklopft mit der Idee, auf den Flächen eine Fallschirmsprung-Simulationsanlage und einen Zeppelin-Park zu errichten (wir berichteten) - doch das Groß-Projekt versandete.

2011 sprach dann die Jochen Schweizer Projects AG vor, abermals mit der Idee einer Freifall-Simulation in einem 30 Meter hohen Turm. Für den Projektpartner EADS (heute Airbus Group) ist der Windkanal auch für Forschungszwecke interessant - und somit ein willkommener „Nachbar“ zum neuen Ludwig-Bölkow-Campus.

Konkretisiert wurden die Pläne Ende 2012. Sie sahen nun eine dreigliedrige propellerförmige Anlage mit großzügiger Lobby vor, um neben dem Windkanal weitere Angebote zu integrieren. Der ursprünglich verglaste Turm wich einer Konstruktion aus Aluminiumbändern. Hintergrund waren Bedenken der Autobahndirektion Südbayern, dass Autofahrer auf der A 8 vom Anblick fliegender Menschen in einem gläsernen Turm abgelenkt werden könnten.

Die Mitglieder des Taufkirchner Gemeinderats sorgten sich derweil vor allem um zu große oder gar blinkende Werbeflächen. Diese Gefahr ist mit dem aktuellen Bauantrag gebannt. „Dieser legt verbindlich fest, dass Fremdwerbung, blinkende Werbeanlagen oder Werbeflächen auf dem Dach des 30 Meter hohen Windkanal-Turms und auf anderen Dachflächen nicht zulässig sind“, erklärt der Leiter der Taufkirchner Bauverwaltung, Thomas Beer. Für Eigenwerbung stehen Jochen Schweizer zwei Fassadeflächen auf jeweils maximal 100 Quadratmetern zur Verfügung.

Den zusätzlichen Verkehr, den die „Jochen Schweizer Erlebniswelt“ anlocken wird, will die Gemeinde zunächst provisorisch abfangen. Bis zum - ohnehin geplanten - Ausbau der Ludwig-Bölkow-Allee 2015 wird auf der B 471 eine Abbiegespur nach links in die Ludwig-Bölkow-Allee markiert. „So kann der Geradeaus-Verkehr weiter ungehindert fließen“, erklärt Beer. Zur Zahl der zu erwartenden Besucher äußert sich die Jochen Schweizer Projects AG derzeit nicht. Allerdings weist sie am Gelände 103 Stellplätze nach, vorgeschrieben gewesen wären 89.

soh

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