Interview mit Julia Märkl (23)

Wie sich das Leben ändert, wenn der Partner plötzlich Dachaus Oberbürgermeister ist

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Seit 2014 „First Lady“ in Dachau: Julia Märkl

Und plötzlich Prinzessin! Julia Märkl (23) verrät, was sich geändert hat in ihrem Leben, seit ihr Lebensgefährte Dachauer Oberbürgermeister ist.

Vor drei Jahren ist Florian Hartmann zum OB gewählt worden – ziemlich überraschend. Er machte damals einen Luftsprung vor Freude, Hand in Hand mit seiner Freundin Julia Märkl. Zur Halbzeit der Amtsperiode haben wir die 23-jährige Fotografin gefragt, wie sich Florian Hartmann als OB verändert hat. Und Julia Märkl verrät,warum sie nie in die Politik will.

Wenn Sie sich vergleichen müssten mit Partnern von führenden Politikern?

Julia Märkl: Vielleicht als Mischung zwischen Prinz Philip und Michelle Obama, immer eineinhalb Schritte hinter meinem Freund, das Protokoll nicht ganz ernstnehmen – und natürlich sein.

Welche Termine mögen Sie als Freundin des OB?

Märkl: Ich lerne oft die interessantesten Menschen kennen, beim Revolverheldkonzert in Dachau durfte ich mit meinem Freund hinter die Bühne schauen und mit den Musikern ratschen. Außerdem ist es interessant, Zeitzeugen wie Robert Hébras aus Oradour oder Menschen von den Helferkreisen kennenzulernen.

Ist das Amt so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Dadurch, dass wir beide ins Wasser geschmissen wurden, hatte ich nicht wirklich eine Vorstellung – aber es ist nicht wirklich stressig.

Wie viel gemeinsame Zeit bleibt Ihnen noch als Paar?

Märkl: Man muss halt flexibel bleiben. Manchmal muss ich mich auch nach seinem Terminkalender richten und gehe einfach bei Abendterminen mit, wie zu Konzerten oder Zeitzeugengesprächen.

Zeit für traute Zweisamkeit bleibt da aber nicht.

Märkl: Das darf einen nicht stören. Wir schauen aber schon, dass wir noch Zeit für uns beide haben – und jeder für sich selbst. Es gibt natürlich auch Zeiten, wo es stressiger ist, an Fasching oder während der Volksfestzeit.

Sie sind beide noch sehr jung. Gehen Sie noch feiern?

Märkl: Gott sei Dank sind wir beide nicht so die Partysocken. Aber Zeit für Freunde und zum Ausgehen muss man sich schon nehmen.

Diskutieren Sie und Florian Hartmann über das umstrittene Windrad im Sigmertshauser Holz?

Märkl: Nein, bei uns zu Hause ist politikfreie Zone. 98 Prozent der Zeit ist das Thema Politik raus. Da ist der Florian echt eine coole Socke, weil er den Stress in der Arbeit lässt.

Hat sich Ihr Freund verändert, seitdem er Oberbürgermeister ist?

Märkl: Er ist schon mehr zum Politiker geworden, vorher war er nur Stadtrat und hatte seine Sitzungen. Jetzt ist er eigentlich sieben Tage in der Woche im Amt, und das merkt man.

Auch im Alltag?

Märkl: Beim Spazierengehen schon: Wenn das Hundeklo überfüllt ist oder es an der Ampel beim Einkaufen lange dauert, dann notiert er sich das gleich im Handy (lacht). Aber spätestens zu Hause beim Essen ist er dann im Freizeitmodus.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst in die Politik zu gehen?

Märkl: Nein, dafür bin ich viel zu emotional und eher der Bauchtyp, der spontan entscheidet. Florian ist da viel sachlicher und überdenkt die Dinge noch einmal. Er ist der Politiker in der Familie. Einer reicht.

Hätten Sie Lust auf eine zweite Amtszeit?

Märkl: Am Ende wird es der Bürger entscheiden. Aber ich finde, wir haben die ersten drei Jahre gut gemeistert. Und wenn Florian wieder OB wird, heißt es für mich einfach wieder: Mitgehangen, mitgefangen.

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