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Känguru am Ammersee auf der Flucht – Besitzer warnen: „In Panik sind die Tiere äußerst wehrhaft“

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Von: Hanna von Prittwitz

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So sieht das Wallaby aus: Das kleine Känguru war erst wenige Tage in Breitbrunn und hatte noch nicht einmal einen Namen, als es am Montagabend ausriss. Vermutlich wurde es erschreckt.
So sieht das Wallaby aus: Das kleine Känguru war erst wenige Tage in Breitbrunn und hatte noch nicht einmal einen Namen, als es am Montagabend ausriss. Vermutlich wurde es erschreckt. © privat/TikTok P_Windisch_ETK

Autofahrer entdeckten am Dienstag an der Straße zwischen Breitbrunn und Herrsching ein Känguru – und alarmierten die Polizei. Ihre Augen täuschten sie nicht.

Breitbrunn – Auf dem Landgut Schernthaner in Breitbrunn im Landkreis Starnberg herrscht gedämpfte Stimmung. Erst seit einer Woche wohnten bei Josef Schernthaner und seiner Lebensgefährtin Verena Flatischler zwei Wallabys. Das sind kleine Kängurus, ausgewachsen etwa 60 Zentimeter hoch. Am Montagabend entwischte eins der Tiere. Seither sucht die Polizei nach ihm.

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Känguru büxt in Herrsching aus: Es hat sich wohl erschreckt

„Wir nehmen an, dass es sich erschreckt hat“, sagte Verena Flatischler im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Das Wallaby sei am Montagabend irgendwie durch den Maschendraht hindurch gesprungen und davon gehüpft. Danach sei es auf einem Acker bei Breitbrunn gesehen worden. „Da waren wir auch gemeinsam mit Polizeibeamten nahe dran, aber es ist dann doch geflüchtet.“ Autofahrern zwischen Breitbrunn und Herrsching begegnete das Tier gegen Mitternacht – eine Begegnung, die einem zunächst keiner glaubt.

Sie sei nun in ständigem Kontakt mit der Polizei, sagt Verena Flatischler. Ihre größte Sorge sei, dass das Tier vor ein Auto laufe und Schlimmeres geschehe. Sie rät jedoch unbedingt davon ab, das Wallaby auf eigene Faust einzufangen: „In Panik sind die Tiere äußerst wehrhaft, ihre Klauen können tiefe Wunden verursachen.“

Das Einfangen in freier Wildbahn sei grundsätzlich schwierig. „Man müsste es mit einem Betäubungsröhrchen betäuben, aber das ist eher auf große Tiere ausgerichtet und man müsste sehr nah rankommen.“ Kaum ein Tierarzt würde so etwas machen. Das Überleben in der Natur sei dagegen für das Tier kein Problem. „Es gibt zwar Kängurufutter, aber die Tiere kommen im Wald auch mit Früchten und Beeren, Gräsern, Rinde und Blättern gut durch.“

Verschwundenes Känguru hat noch nicht einmal einen Namen

Tagsüber hat sich das Wallaby vermutlich ausgeruht, jedenfalls gingen bei der Herrschinger Polizei am Dienstag keine weiteren Meldungen über Begegnungen ein. Flatischler ist beunruhigt und auch ein bisschen enttäuscht. „Wir hatten die Tiere ja gerade erst bekommen. Wir konnten ihm nicht einmal einen Namen geben.“

Die Idee zu den Wallabys habe Josef Schernthaner gehabt. „Er hatte von einem Züchter in Weilheim erfahren, der Wallabys hält. Wir wollten das einfach mal ausprobieren“, sagt Flatischler. An Zucht oder anderes hätten sie noch gar nicht gedacht. Das zweite Tier sei auch schon recht zahm. Beide Wallabys sind drei Jahre alt und Männchen.

Besitzer suchen verzweifelt nach ihrem ausgebüxten Känguru

Flatischler bittet nun alle, denen das kleine Känguru begegnet, umgehend die Polizei unter (0 81 52) 9 30 20 zu verständigen. „Keinesfalls einen eigenen Fangversuch starten“, appelliert sie. Das sei wirklich zu gefährlich. Möglicherweise sei das Tier in Richtung Süden und Weilheim unterwegs. Und in Richtung Herde, die Stärke des Orientierungssinns lasse sich schwer abschätzen.

Auf dem Landgut Schernthaner leben bereits Esel, Hühner, Schafe und vor allem Wollschweine. Wie berichtet, übernahm Schernthaner 2019 das ehemalige Perger-Gelände in Breitbrunn und verwandelte es seither in ein Landgut. Für positive Schlagzeilen sorgte er mit seinem Wollschweinleasing.

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