Plötzlich war er verschwunden

Freisinger Kajakfahrer: Dramatischer Tod am Flussufer

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Die Loferer Feuerwehr auf dem Weg zum Unfallort.  

Er war ein begeisterter Kajak-Fahrer – und ein Meister seines Fachs: Am Sonntag kam ein Kanute aus dem Landkreis bei einer Wildwasser-Tour bei Lofer ums Leben – aber nicht etwa bei einem Kajak-Unfall.

Offenbar erlitt der gebürtige Freisinger am Ufer des wilden Loferbachs einen Herzinfarkt und wurde von den Fluten mitgerissen.

Lofer/Sandelzhausen – Mit drei weiteren hiesigen Kajakfahrern, darunter seinem Bruder, war der 50-Jährige am Sonntag zu einer Wildwasser-Tour aufgebrochen. An einer schwierigen Stelle des Loferbachs im Bereich des Pass Strub – direkt an der Landesgrenze zu Tirol – kenterten zwei der Kanuten. Nichts Dramatisches, ein „Ausstieg“ ist an dieser Stelle für Könner an der Tagesordnung. So auch hier. Die beiden Sportler schwammen ohne Hilfe ans Ufer. Ihren beiden Kollegen, darunter auch der 50-Jährige, gelang es, die führerlosen Boote einzusammeln und ans Ufer zu bringen. Während nun einer der Männer über die Uferfelsen zu den Gekenterten zurückkletterte, die weiter oben an Land gegangen waren, blieb der gebürtige Freisinger allein zurück. Und da muss es passiert sein: Als die Drei kurz später zu den Booten zurückkehrten, war er verschwunden. Keine Spur mehr von dem 50-Jährigen. Sofort begann die Gruppe mit der Suche. Rund einhundert Meter flussabwärts wurden sie fündig. Der Vermisste trieb leblos an einem Ast hängend im Wasser. Die Männer konnten ihren Freund bergen, starteten sofort mit der Reanimation und alarmierten die Rettungskräfte. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kanuten feststellen. Er trug bei der Bergung noch die volle Kanuausrüstung samt Helm und Schwimmweste.

Ein Fremdverschulden schließt die Salzburger Polizei aus. In der Zwischenzeit wurde eine Obduktion durchgeführt. Demnach erlitt der 50-Jährige einen Herzinfarkt. Alles deutet darauf hin, dass er dann ins Wasser stürzte und weggerissen wurde.

Bei der Familie des Verunglückten herrscht tiefe Trauer. Er hinterlässt eine Frau und einen Sohn (15).

Vor allem die Sektion Freising des Deutschen Alpenvereins, wo der 50-Jährige ein Aushängeschild der Kanuabteilung war, trauert. „Er gehörte, zusammen mit seinem Bruder, zu den besten Kanuten weit und breit“, berichtete gestern DAV-Vorsitzender Christian Rester. Seit 40 Jahren sei der gebürtige Freisinger auf hohem Niveau gepaddelt und habe die schwierigsten Strecken befahren. Dabei sei er alles andere als ein Hasardeur gewesen, sondern einfach ein „sauguader Paddler, der das Handwerk von der Pike auf gelernt hat“. Der Loferbach habe zum Standardprogramm des erfahrenen Kanuten gehört. Auch sei ein Kentern an dieser Stelle nichts Besonderes, sondern eher so, „wie wenn beim Fußball einmal ein Ball übers Tor geht“. Man steigt aus, schwimmt an Land, sammelt das Boot ein, und weiter geht’s. Nur in diesem Fall nahm das Schicksal eine besonders tragische Wendung: Der Kajakfahrer, der sprichwörtlich mit allen Wassern gewaschen war, erlitt einen Herzinfarkt. „Es ist wichtig, das klarzustellen“, sagt Christian Rester, „wichtig wegen des Andenkens an unseren Freund. Es soll nicht der Eindruck entstehen, er wäre ein leichtfertiger Sportler gewesen. Er war ein Profi“. Der Bruder des Verstorbenen will nun an der betreffenden Stelle am Loferbach eine Gedenktafel anbringen. 

Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am Freitag um 11 Uhr im Krematorium Mainburg statt. Im Anschluss daran ist Urnenbeerdigung auf dem Friedhof in Sandelzhausen.

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