Kampf gegen Einweg-Tüten

Brucker Supermarkt bietet überraschende Alternative für Plastiktüten

Mit einer ganz neuen Möglichkeit, um Obst und Gemüse zu transportieren, will man im AEZ Buchenau einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ob die Kunden diese annehmen, muss sich erst zeigen.

Fürstenfeldbruck Die Idee zur Einführung der neuen Obstbeutel entstand bei den Verantwortlichen des AEZ nach dem Erfolg der letzten Umwelt-Aktion. „Unsere Food-Sharing-Aktion ,Zu gut für die Tonne’ kam sensationell an“, berichtet Geschäftsführer Udo Klotz. „Eigentlich sollte das Programm zwei Monate in Buchenau getestet werden, aber uns war schon nach zwei Wochen klar, dass wir das Programm auch auf andere Märkte ausrollen werden. Dieser Erfolg hat uns motiviert, weiter in diese Richtung zu denken.“

Dabei kamen die Verantwortlichen beim AEZ auf die Einweg-Plastikbeutel, in denen das Obst vom Gemüsestand an die Kasse gebracht wird. „Man braucht Beutel, um das Obst vor Dreck zu schützen und einzeln abpackbar zu machen“, erklärt Klotz die Überlegungen. „Aber wir wollten die Einweglösung eliminieren. Wir brauchten oft wiederverwendbare Beutel, die viel Obstware tragen und gleichzeitig einsehbar sind, um Missverständnisse an der Kasse zu vermeiden.“

Dabei stieß man auf die Firma Erntefrisch aus Albstadt. Diese beschreibt das Anliegen ihrer Produkte so: „Weltweit werden auf unserer Erde jede Minute 2 000 000 Plastiktüten benutzt, im Durchschnitt benutzt ein Europäer im Jahr 198 Plastiktüten, das entspricht allein in Deutschland einer jährlichen Müllmenge von 68 000 Tonnen Plastiktüten.“ Deshalb müsse man nachhaltiger denken und auf wiederverwendbare Produkte setzen. Mit maschinenwaschbaren Beuteln, an denen auch Klebeetiketten haften, will man dieses Produkt liefern.

Dieser Ansatz leuchtete den Verantwortlichen des AEZ ein. „Wir werden die neuen Beutel parallel zum alten System testen,“ erklärt Klotz. „Wir wollen die Kunden nicht bevormunden und überlassen ihnen die Entscheidung, welches System ihnen besser gefällt.“ Bewähren sich die neuen Beutel, sollen sie auch in anderen AEZ-Märkten angeboten werden.

Für die nächsten zwei Wochen gibt es die neuen Tüten zum Einführungspreis von einem Euro. „Wir wollen den Kunden den Einstieg erleichtern“, erklärt Klotz. Anschließend kosten die Beutel zwei Euro. Damit macht der Markt keinen Gewinn. „Wir geben die Tüten immer zum Einkaufspreis weiter“, betont Klotz.

„Sollten irgendwann alle Kunden die Multi-Bags verwenden, wird natürlich auch die Herstellung billiger. Das werden wir weitergeben.“ Den Einstandspreis rechtfertigen die Tüten auch durch ihre Haltbarkeit. „Eine Tüte hält ewig und kann für alle Zwecke eingesetzt werden,“ verspricht Klotz. „Sollte es irgendwann eine bessere, kostengünstigere Lösung geben, werden wir diese anbieten.“

Ob das AEZ das Pilotprojekt auch auf seine anderen Märkte ausdehnen wird, liegt jetzt bei den Kunden. Wie Geschäftsführer Udo Klotz erklärt, wollen die Verantwortlichen jetzt erst einmal abwarten. „Es bringt nichts, diese Dinge den Kunden aufzuzwingen. Wir warten auf Feedback, und dann entscheiden wir, wie es weiter geht.“ Man sei aber optimistisch. „Der Erfolg des Food Sharing hat gezeigt, dass sich unsere Kunden gerne mit umweltfreundlichen Programmen identifizieren. Wir hoffen, dass es auch dieses Mal wieder so sein wird.“ (Christian Masengarb)

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