Möbelpacker rettet Tier das Leben  

Halbverhungertes Kaninchen mit Wäscheleine an Baum gebunden

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Nach der Rasur des völlig verklebten Fells erholt sich das Kaninchen in der Tierauffangstation.

Maisach - Bei der Zwangsräumung einer Gartenwohnung wurde ein Möbelpacker unvermutet zum Lebensretter eines Kaninchens: Der Besitzer hatte das Tier mit einer Wäscheleine an einen Baum gebunden und sich dann aus dem Staub gemacht.

Als der Mitarbeiter einer Brucker Speditionsfirma das Kaninchen fand, war es in einem beklagenswerten Zustand. Es war völlig abgemagert und verdreckt. Seine Leine war so kurz, dass es kaum Bewegungsspielraum gehabt hatte.

In dem Radius um den Baum, den es erreichte, hatte das Tier in seiner Not jeden Grashalm bis zur Wurzel abgefressen. Wasser hatte es überhaupt nicht. „Unser Mitarbeiter sah die Leine am Boden liegen, nahm sie auf und entdeckte am anderen Ende das Kaninchen“, erzählt Manuela Kögstadt von der Spedition.

Mit Karotte und Löwenzahn aufgepäppelt

Der Möbelpacker hatte, erschrocken über soviel Gemeinheit des Besitzers, sofort im Büro der Firma angerufen. Seine tierliebe 53-jährige Kollegin hatte schon mit zurückgelassene Goldfischen, einem Hund und sogar einem Pferd zu tun. „Bring das Kaninchen her“, sagte sie kurzentschlossen.

Dem Möbelpacker ging das Schicksal des Tieres so zu Herzen, dass er einen kleinen Umweg machte – um eine Karotte und etwas Sägemehl zu besorgen. So konnte der Mümmelmann seinen ersten Hunger stillen und bequemer in seinem Käfig liegen, der nur mit groben Holzschnitzen ausgelegten im Garten gestanden war. Im Speditionsbüro wartete auf das Kaninchen Löwenzahn – von Manuela Kögstadt gepflückt.

Tier konnte kaum noch hoppeln

Als Heidi Minderlein, Vorsitzende der Tierfreunde Brucker Land, das etwa zwei Jahre alte Langhaarkaninchen sah, war sie entsetzt: Das Fell war so verfilzt, dass die Hinterfüße zusammenklebten und es kaum noch hoppeln konnte. Dazu kamen eine Verletzung an einem Auge sowie Milben und Zecken am ganzen Körper.

Wie lange der kastrierte Bock im Freien festgebunden war, lässt sich nicht sagen. Auch nicht, ob es ihm vorher viel besser ging. „Natürlich kann es einem Besitzer passieren, dass er finanziell oder aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage ist, für seinen Hausgenossen zu sorgen“, sagt Heidi Minderlein.

Völlig verfilztes Fell erstmal großflächig rasiert 

„Aber dann sollte man sich an einen Tierschutzverein wenden, notfalls das Tier abgeben.“ Auf keinen Fall dürfe man es seinem Schicksal überlassen. „Das bedeutet oft den sicheren Tod.“ Das Kaninchen bekam als Hilfsmaßnahme erstmal einen großflächige Rasur verpasst. Jetzt erholt es sich in der Tierauffangstation in Überacker

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