Kapitaler Stromausfall legt Herbstfest lahm

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Das war die Volkfestwelt noch in Ordnung: Bei den Fahrgeschäften setzten Motoren und Beleuchtung aus. Der Blackout dauerte rund 15 Minuten

Erding – Plötzlich war alles still und schwarz. Auf dem Herbstfest ist am Donnerstagabend der Strom ausgefallen. Die Besucher blieben ruhig. Die Notfallpläne griffen.

Nach einer Viertelstunde war der Spuk – verursacht durch einen Defekt an einer Starkstromleitung – vorbei.

Auf dem Festplatz herrscht Hochstimmung. Beide Zelte waren voll, hunderte Besucher schlenderten durch die Budengasse, die Fahrgeschäfte waren gut besucht. Um 22 Uhr ist alles auf einen Schlag vorbei. Urplötzlich gehen alle Lichter aus. Kein Fahrgeschäft dreht sich mehr.

Doch die Massen bleiben gelassen. Es ist zwar unruhig, doch von Panik ist nichts zu erkennen. „Die Leute sind einfach sitzengeblieben und haben selbst Lieder angestimmt“, berichtet ein Besucher des Weißbräuzelts.

Hinter den Kulissen läuft das Notfallprogramm an. Wolfgang Kuffner, Marketing-Chef des Erdinger Weißbräu, berichtet: „Die Security hat sofort alle Notausgänge geöffnet, zudem sind die Notstromlampen angegangen. Es war zwar immer noch sehr dunkel, aber schemenhaft hat man was erkannt.“ Kuffner bekennt: „Wir sind heilfroh, das neue Zelt mit deutlich höherer Sicherheit, vor allem zusätzliche Ausgängen und breiteren Gängen zu haben.“ Im Stiftungszelt herrscht völlige Dunkelheit. Ein Besucher stürzt über eine Tresen, verletzt sich aber kaum.

Tief sitzt der Schrecken auch bei den Gästen in den Fahrgeschäften. Doch die Mitarbeiter kommen mit Taschenlampen, steuern die Geräte mechanisch und helfen den Gästen beim Aussteigen. Hier wird niemand verletzt. Die Polizisten von der Wiesnwache schwärmen mit großen Handlampen aus. Die Integrierte Leitstelle Erding setzt die Feuerwehr Erding in Marsch, damit die Lichtmasten zum Festgelände fährt. Doch soweit kommt es dann gar nicht. Auch beim BRK laufen keine Alarme auf.

Eine knappe Viertelstunde später läuft der Betrieb wie von Geisterhand gesteuert plötzlich wieder an. Keine Frage, der Notdienst des Überlandwerks Erding hat ganze Arbeit geleistet. „Es handelte sich um einen Schaden an einem Starkstromkabel in der Freisinger Siedlung“, erklärt Stadtwerke-Prokurist Markus Sepp. Michael Dreiling vom Überlandwerk ergänzt, es habe sich um einen Kurzschluss gehandelt. Das Hauptaugenmerk habe der Wiesn gegolten. Auch auch in Teilen der Siedlung fiel der Strom aus. Die letzten Haushalte gingen nach 45 Minuten wieder ans Netz.

Ein Zeuge war auch Weißbräu-Inhaber Werner Brombach. Er merkte sarkastisch an: „Ich hoffe nicht, dass das ein Vorbote der für den Winter prophezeiten Stromknappheit war.“

Hans Moritz

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