Kardinal Marx: Den ersten Segen bekamen die Freisinger

Freising - Über 200 Menschen haben gestern Reinhard Marx auf dem Domberg willkommen geheißen. Freising war die erste Station des am Samstag zum Kardinal erhobenen Erzbischofs nach seiner Rückkehr aus Rom.

Kardinal Marx in Bayern

Der heilige Korbinian sei, so sagt Reinhard Kardinal Marx, versucht gewesen, in Rom zu bleiben. „Das war bei mir nicht so“, bekennt der Erzbischof im Mariendom, wo er sich zum Abschluss seines Abstechers im „geistlichen Ausgangspunkt der Erzdiözese“ locker gibt. „Sing ma no was?“, fragt er in fast perfektem Bayerisch, nachdem „die Freisinger den ersten Segen des Kardinals“ erhalten haben.

Um 15.20 Uhr rauschen die dunklen Limousinen in den Domhof - Kultusminister Ludwig Spaenle inklusive. Dort warten über 200 Gläubige auf „ihren“ neuen Kardinal, applaudieren immer wieder. Die Stadtkapelle spielt zünftig auf, dann spricht Oberbürgermeister Dieter Thalhammer: Stolz sei man, dass Freising die erste Station des Kardinals bei seiner Rückkehr in die Erzdiözese sei. Und: „Herzlich willkomen zu Hause in Freising.“

Marx, ganz in Kardinalsrot gehüllt, nimmt diese Vorlage gerne auf: „Ich bin bewegt“, bekennt er und betont, dass „Freising für mich ein besonderer Ort geworden ist“. Der Kardinal verweist auf eine „einmalige Konstellation“: Am Tag des Korbiniansfestes sei er, ein Nachfolger Korbinians auf dem Bischofsstuhl, in Anwesenhheit eines anderen Korbinian-Nachfolgers (Friedrich Kardinal Wetter) von einem weiteren Nachfolger des Bistumsgründers (Papst Benedikt XVI.) zum Kardinal erhoben und zum Pfarrer von St. Corbiniana in Rom ernannt worden.

Dann begibt sich Reinhard Kardinal Marx in den Dom, wo ihn Orgelklänge empfangen, und hinab in die Krypta, wo er am Schrein des Heiligen Korbinian niederkniet und betet. Erst still, die Augen immer wieder geschlossen, dann laut: Wie Korbinian sei auch er nach Rom und wieder zurück nach Freising gereist, „etwas bequemer“, aber mit demselben Willen und derselben Intention wie Korbinian. „Wir stehen in Deinen Spuren“, betet der Kardinal und bittet den Heiligen darum, den Gläubigen zu zeigen, „was es heißt Christ zu sein“. Persönlich erhofft sich Marx vom Bistumsgründer, ihm die Kraft zu geben, sich mit ganzem Herzen um diese Erzdiözese zu kümmern, „in der ich zu Hause bin und in der ich bleiben will“.

Anschließend begibt sich der Kardinal wieder in das Kirchenschiff, wo gemeinsam das Korbinianslied angestimmt wird. Dann segnet Reinhard Marx die Gläubigen, initiiert noch das Marienlied, nimmt als Geschenk eine Packung Korbiniansbier entgegen und betrachtet das Papst-Relief im Torbogen zum Domhof.

Und so schließt sich auch dieser Kreis zur Kardinalserhebung durch Benedikt XVI. am Samstag.

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