Kardinal Marx: „Neue Kultur des Hinschauens“

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx.

München - Die Erzdiözese München und Freising wird in den kommenden drei Jahren insgesamt rund 250 000 Euro ausgeben, um ein wichtiges Projekt des Vatikans zu unterstützen.

Es ist wohl eines der bedeutsamsten Projekte der vergangenen Jahre. Es geht dabei um den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch. Gestern kündigteKardinalReinhardMarx an: „Wir wollen eine neue Kultur des Hinschauens und der Verantwortung verankern.“

Zu dieser Kultur des Hinschauens wird ein Internetportal zur Prävention sexuellen Missbrauchs gehören. So sollen Priester, Diakone, Gemeindemitarbeiter und Religionslehrer für das Thema sensibilisiert werden. Schon Anfang 2012 soll die Internet-Seite bei einem Kongress in Rom vorgestellt werden.

Aber das elektronische Portal ist nur ein kleiner Teil des Kampfs gegen den Missbrauch. Denn: Die katholische Kirche will im Herbst hier in München ein eigenes Zentrum für Kinder- und Jugendschutz gründen. Ein genauer Ort steht zwar noch nicht fest – dafür aber die Träger. Nämlich: die Päpstliche Universität Gregoriana und die Erzdiözese München und Freising. Die Universität Ulm unterstützt das Projekt, der Kinderund Jugendpsychiater Hubert Liebhardt soll das neue Institut leiten.

Die Schaffung dieses Instituts: Sie ist auch eine Reaktion auf die Missbrauchsfälle, die in der jüngeren Vergangenheit ans Licht kamen. Die Missbrauchsfälle, die Deutschland erschütterten. Marx: „Für mich als Erzbischof war das Jahr 2010 das schlimmste meines Lebens. Denn auch hier ist furchtbares Leid geschehen.“ Die Kirche wolle ein Schutzraum für die Kleinen und Schwachen sein. Das Institut soll dazu beitragen.

BFI

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