Münchner Rad-Legende stirbt in Garching

Herztod auf der Kartbahn - mit 68

Rupert Kratzer hatte ein eigenes Renn-Kart, mit dem er gern in Garching fuhr.

Garching - Schock auf der Garchinger Kartbahn: Ein 68-Jähriger erlitt am Montag während der Fahrt einen Herzinfarkt und war offenbar sofort tot.

Den Fahrtwind spüren, das Tempo kontrollieren, die Kurven genießen: Rupert Kratzer hat den Rennsport geliebt. Früher als einer der besten Münchner Radsportler, später dann bei seinem Hobby im Go-Kart. Bei eben diesem Hobby ist er jetzt im Alter von 68 Jahren gestorben – er erlitt während einer Trainingsrunde auf der Kartbahn in Garching einen Herzinfarkt. Seine Familie hat den liebevollen Ehemann und Vater verloren, die Münchner Radsport-Gemeinde eine ihrer Stützen. Ehefrau Hilde sagt: „Ich habe noch gar nicht richtig verarbeitet, was da geschehen ist. Es kam so plötzlich.“ Und Vereinskollege Walter Dannecker trauert: „Ich habe einen einmaligen Freund verloren. Mit dem Rupert hat man immer über alles reden können, er hat immer einen guten Ratschlag gehabt.“ Jetzt ist er für immer verstummt.

Es ist Montagnachmittag, 13.15 Uhr. Kratzer trainiert auf der Kartbahn, hat schon acht bis zehn Runden hinter sich. Er ist in gemäßigtem Tempo unterwegs, als plötzlich sein Kopf nach hinten sinkt und sein Körper erschlafft. Herzinfarkt! Das Kart rast führerlos in einen Reifenstapel. Die Ärzte können nichts mehr für Kratzer tun, ein Wiederbelebungsversuch bleibt erfolglos.

Der Münchner Radsport beklagt damit einen schweren Verlust. Kratzer hatte große Erfolge auf der Bahn eingefahren, war fünf Mal deutscher Meister in der Verfolgung und Weltrekordler. Im Jahr 1968 nahm er sogar an Olympia in Mexiko-City teil, galt dort als großer Favorit. Trotzdem schied er im Viertelfinale aus – wie ehemalige Kollegen erzählen, lag das daran, dass sich Kratzer zuvor bei seiner Weltrekord-Fahrt zu sehr verausgabt hatte.

Auch nach der aktiven Karriere blieb er dem Radsport treu. Er engagierte sich unter anderem als zweiter Vorsitzender beim Rad-Renn-Club 1902, sein Geld verdiente er als Beamter der Stadtverwaltung.

Sigi Renz (75), ehemaliger Rennleiter des Münchner Sechstage-Rennens und ein guter Freund Kratzers, sagt: „Rupert war einer der besten Fahrer, die München je hatte. Wir haben uns erst vor ein paar Wochen wieder getroffen und über alte Zeiten geredet. Das war am Rande eines Kart-Rennens in Garching, bei dem wir zugeschaut haben. Da hat sich der Rupert gefreut, dass das Wetter jetzt wieder besser wird – weil er ja selber auch wieder Kart fahren wollte …“

J. Mell, U. Heichele

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