FMG stellt Bilanz vor

Kein Jubel trotz Passagierrekord

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Flughafen - Ein neuer Passagierrekord und 95 Millionen Euro Gewinn – trotzdem war Münchens Airportchef Michael Kerkloh nicht nach Jubel zumute.

Mit einem Gewinn von 95 Millionen Euro hat die Flughafen Müchen GmbH (FMG) das Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen. Das gab Airportchef Michael Kerkloh auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag bekannt. Die Verkündung eines neuen Passagierrekords (38,4 Millionen Fluggäste, 600 000 mehr als 2011) gehört zur Tradition der Veranstaltung.

Eine Tradition, die vielleicht im kommenden Jahr gebrochen wird, denn für 2013 erwartet Kerkloh ein „Passagieraufkommen in der Größenordnung des Vorjahres“. Die Zahl der Flugbewegungen war bereits im Vorjahr um drei Prozent gesunken und laut Kerkloh im Januar und Februar 2013 um weitere fünf Prozent niedriger.

Diese Rückgänge seien aber kein Argument gegen den Bau einer dritten Startbahn. „Wir sind nach wie vor in den meisten Betriebsstunden des Tages ausgebucht“, sagte Kerkloh. Wenn Airlines Verbindungen aufgeben und die entsprechenden Slots damit frei werden, betreffe dies die nicht so stark nachgefragten Zeiten. „Fluggesellschaften benötigen eben nicht nur einzelne freie Zeitfenster für ihre An- und Abflüge, sondern vielmehr für jedes Flugzeug einen stimmigen Einsatzplan mit kurzen Bodenzeiten und bis zu acht solcher Start- und Landemöglichkeiten pro Tag.“ Wenn dies in München nicht zu realisieren sei, stationiere die Airline ihre Maschinen an einem anderen Flughafen, der über genügend freie Slots verfügt.

Als Beispiel nannte Kerkloh den Flughafen Istanbul-Atatürk, der mit sechs Startbahnen und auf eine Kapazizät von 150 Millionen Passagieren ausgebaut werden soll. Mit einer Steigerungsrate von 20 Prozent auf 45 Millionen Passagiere hat dieser Airport inzwischen den Flughafen München in der Top Ten von Platz sechs auf Rang sieben verdrängt.

Ganz oben im Ranking steht London-Heathrow (70 Millionen Passagiere) vor Paris-Charles-de-Gaulle (61,6) und Frankfurt (57,5), die allesamt eine ähnliche Steigerung der Passagierzahlen verzeichneten. Die 22 deutschen Verkehrsflughäfen verzeichneten im Schnitt ein Plus an Fluggästen von einem Prozent. Nur sechs dieser Airports werden 2013 laut Kerkloh schwarze Zahlen schreiben.

Das Jahresergebnis der FMG von rund 95 Millionen Euro bedeutet laut Kerkloh, „dass wir sowohl Zinsen für die noch verbliebenen Gesellschafterdarlehen als auch Gewerbesteuern an die Gemeinden im Umland zahlen“. Gut die Hälfte des Gewinns sei von den Tochtergesellschaften erzielt worden. Insgesamt lag der Konzernumsatz bei der Höchstmarke von knapp 1,2 Milliarden Euro, rund fünf Prozent mehr als 2011.

Die Zahlen könnten noch besser sein, gäbe es die Luftverkehrsabgabe nicht. FMG-Rechnungen zufolge waren rund eine Million Passagiere zu Airports im Ausland abgewandert. Kerkloh: „Die deutsche Luftverkehrsindustrie beschäftigt 800 000 Menschen. Leider wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche in Politik und Öffentlichkeit ebenso konsequent unterschätzt wie die von der Luftfahrt ausgehenden Belastungen überschätzt werden.“ Die Flugzeuge in München-Riem seien fünfmal so laut gewesen wie das heutige Fluggerät. Zuvor hatte er aber bereits erwähnt, dass heute zweimal so viele Flieger in der Luft sind wie vor 1992.

Dieter Priglmeir

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