Kein Winterdienst: Pendler zeigt die Bahn an

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Nicht geräumt, nicht gestreut: Auch Tage nach Beginn des Tauwetters ist der Zugang zum Grafrather Bahnhof noch voller festgetrampeltem Schnee.

Grafrath - Die Zustände am Grafrather Bahnhof sind nicht mehr hinnehmbar, findet ein Pendler aus Kottgeisering. Wegen der Vernachlässigung der Räum- und Streupflicht hat er die Bahn angezeigt.

Für den Kläger brachte jetzt ein konkreter Vorfall das Fass zum Überlaufen: Als er abends aus der S 4 ausstieg, verlor er auf dem eisglatten Bahnsteig den Halt und wäre beinahe zwischen Bahnsteig und Zug gerutscht. Vorsichtig gesagt eine ziemlich unangenehme Vorstellung.

Es ist nichts passiert. Dass sich aber doch mal jemand verletzt, will der Kottgeiseringer verhindern.

Als Gehbehinderter stehe er der Problematik möglicherweise empfindlicher gegenüber als andere, räumt er ein. Er weist aber auch auf die Schulkinder hin, die den Bahnhof regelmäßig benutzen und die immer wieder ins Straucheln geraten - ebenso wie andere Pendler, die er beobachtet hat. Außerdem: „Es ist mir unverständlich, dass ich als Privater von meiner Gemeinde auf die Räum- und Streupflicht bei den Gehwegen hingewiesen werde, dieser Verpflichtung gegenüber der Bahn aber nicht zur Geltung verholfen wird.“. Offenbar sei für die Bahn ein gelegentlicher Schadenersatz oder Regress billiger als regelmäßiger Winterdienst.

Die Brucker Polizei hat die Anzeige erhalten und wird sie an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Außerdem wollen die Beamten an Gemeinde und Bahn herantreten. Im Moment freilich liege keine Straftat vor, so ein Sprecher. Es ist ja noch nichts passiert.

Die Bahn wollte zu den Vorwürfen nichts sagen. Es handle sich schließlich um ein schwebendes Verfahren.

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