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„Es reicht“: Unfall- und Lärmprobleme am Kesselberg - Droht Komplettsperrung für Motorräder?

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Von: Christiane Mühlbauer

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Trotz Fahrbahnteiler und Überholverboten gibt es weiterhin viele Motorradraser am Kesselberg. Arp/a
Trotz Fahrbahnteiler und Überholverboten gibt es weiterhin viele Motorradraser am Kesselberg. © arp

Kochels Bürgermeister Thomas Holz fordert weitere, strengere Maßnahmen für die Verkehrsprobleme am Kesselberg. Das verkündete er in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Kochel am See – In der Kochler Gemeinderatssitzung am Dienstag, 13. September, hat Bürgermeister Thomas Holz (CSU) neue, stärkere Maßnahmen gegen die Motorradraser am Kesselberg gefordert. „Gefühlt vergeht keine Woche ohne zwei bis drei Unfälle“, sagte Holz. Die Einsätze, teils immer wieder mit Schwerverletzten, seien eine große Belastung für die ehrenamtlichen Helfer, sagte Holz und nannte die Feuerwehren aus Kochel und Walchensee sowie die Wasserwacht.

Zudem sei die Lärmbelastung für die Anwohner enorm. Auch Urlauber würden sich beklagen. Manche Motorradfahrer, sagte Holz, würden glauben, der Kesselberg sei „eine private Rennstrecke“. Auch auf den Zufahrtswegen, etwa auf der Pessenbacher Höhe, würde aufgedreht.

Kesselberg: Lärm- und Unfallprobleme halten an

Grundsätzlich liege eine Bundesstraße nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde, sagte Holz mit Verweis auf die Forderung, „warum wir denn nichts machen“. In den vergangenen Jahren sei zwar einiges unternommen worden, etwa Überholverbote und Fahrbahnteiler. Natürlich müssten solche Maßnahmen von den Fachbehörden auch beobachtet werden, sagte Holz. „Leider zeigen die Unfallzahlen, dass die vielen baulichen Maßnahmen die Strecke für die typischen Raser nicht weniger attraktiv gemacht haben“, so Holz. Auch andere Verkehrsteilnehmer würden immer wieder gefährdet.

Er wolle deshalb „diesem Treiben nicht länger zuschauen“, sagte Holz. „Es reicht jetzt.“ Wenn Ende des Jahres die Unfallkommission tage, werde er sich „mit Nachdruck für weitere Maßnahmen einsetzen“. Was meint er damit konkret?

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Dafür müsse man sich „sehr detailliert die Unfallursachen, die Verursacher und die Zeitpunkte ansehen“, schrieb Holz am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. „Aus diesen Erkenntnissen sind dann die entsprechenden Schlüsse zu ziehen.“ Da man schon viel unternommen habe, bleibe nicht mehr viel: „Von einer verschärften und vor allem gezielten Überwachung beziehungsweise Kontrolle bis hin zu einer Ausweitung der Sperrzeiten wird man alles in Erwägung ziehen müssen.“

Komplettsperrung der B11 am Kesselberg für Motorradfahrer wäre ultima ratio

Eine Anfrage unserer Zeitung ans Innenministerium, ob man dort schon Pläne habe, wurde am Mittwoch, 14. September, ausweichend beantwortet, vor allem mit Verweis auf die bereits durchgeführten Maßnahmen. „Eine Komplettsperrung der B11 am Kesselberg für Motorradfahrer wäre aufgrund der geltenden Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) nur als ultima ratio möglich, wenn alle anderen, weniger einschneidenden Alternativen keinen Erfolg bringen“, teilte ein Sprecher mit. Die Entscheidung über eine Sperrung des Kesselbergs treffe das Landratsamt als die zuständige Straßenverkehrsbehörde.  

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