Kindermord: Ermittler setzen neue High-Tech-Kamera ein

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Ermittler vor dem Haus in Krailling

Krailling - Die Beamten der Spurensicherung arbeiten bereits seit Tagen mit äußerster Konzentration im Hause Margaretenstraße 20 in Krailling. Zum Einsatz kommt dabei auch eine neue High-Tech-Kamera.

Dokumentation ist alles: Denn jedes Detail kann später in der Beweiskette und auch vor Gericht von entscheidender Bedeutung sein. Und so arbeiten die Beamten der Spurensicherung bereits seit Tagen mit äußerster Konzentration im Hause Margaretenstraße 20 in Krailling – dem Ort, in dem in der Nacht vom 23. auf den 24. März die zwei kleinen Mädchen auf bestialische Weise ermordet wurden. Jedes Handy, dass sich in der Tatnacht an den Sendemasten der Umgebung eingeloggt hat, wird überprüft. Jede Faser, jeder Schuhabdruck, ein fehlendes Foto oder die Form der Blutspuren an Wand, Boden. Mobiliar oder Decke – all das muss gesichert und ausgewertet werden.

Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte SceneCam – eine relativ neue Spezialkamera, die der Spurensicherung die lückenlose Dokumentation enorm erleichtert. Innerhalb von 3,5 Minuten dreht sich die Fischaugen-Optik einmal um sich selbst und fertigt dabei in 1,5 Millionen Einzelschnitten ein hochauflösendes, 360-Grad-Panoramabild des Tatorts. Kein Detail entgeht diesem unbestechlichen Auge mit seinen starken Scheinwerfern, die selbst bei völliger Dunkelheit große Räume oder ganze Höfe bis hinauf in den vierten Stock in gleißendes Licht tauchen können. Doch auch eine Superkamera kann nicht durch Wände, unter die Betten oder in Schubläden und Schränke schauen.

Davon werden nachträglich Fotos gemacht, die sich in den elektronischen Tatort einfügen lassen und per Mausklick ihren Inhalt zeigen. Selbst Anrufe vom Anrufbeantworter lassen sich – einmal verlinkt – immer wieder abhören. Auch Entfernungen kann die Kamera messen. Innen - und Außenaufnahmen sowie ein Panoramabild der Umgebung und der geografischen Lage komplettieren den Gesamteindruck, der am Ende auf DVD gebrannt an alle Dienststellen versendet wird. So entsteht die perfekte, auch nach Jahren noch abrufbare Dokumentation, die Richtern und Rechtsanwälten einen virtuellen Rundgang am Tatort ermöglicht. So echt, als wären alle dabei gewesen. 120 000 Euro hat das Goldstück übrigens gekostet – und es ist nach Einschätzung der Ermittler jeden Cent wert.

Dorita Plange

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