Führt eine mysteriöse DNA-Spur zum Mörder?

Krailling - Der unfassbare Mord an den Schwestern Chiara (8) und Sharon (11) - er erschüttert die Kraillinger Bevölkerung. Zwei Privatpersonen haben jetzt zusätzlich eine Belohnung ausgesetzt.

Laut Medienberichten soll ein Gast des Schabernack ins Visier der Ermittler geraten sein. Am Samstagabend soll ein Mann Mitte 20 von Zivilpolizisten mitgenommen worden sein. Kurze Zeit später tauchte er allerdings wohl wieder im Schabernack auf. Ein ernsthafter Verdacht scheint somit nicht bestätigt.

Die Behörden äußern sich zu den Medienberichten nicht. “Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“, hieß es lediglich.

Allerdings bestätigt die Polizei am Montag, dass am Tatort erste verwertbare Spuren sichergestellt worden sind. “Es liegen erste Ergebnisse vor“, teilte das Polizeipräsidium München mit. “Einzelheiten zur Art der Spuren können jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht gemacht werden.“

Nach tz-Informationen wurde in der Wohnung eine DNA-Spur gesichert, die derzeit niemandem aus der Familie oder dem Freundeskreis zugeordnet werden kann. Ob die Spur tatrelevant ist und ob sie an einem der Tatwerkzeuge gesichert wurde - dazu schweigt die Staatsanwaltschaft München II. Oberstaatsanwalt Ken-Oliver Heidenreich: „Wir geben keinerlei Auskunft zu konkreten Spuren.“

Derweil haben neben dem Bayerischen Landeskriminalamt, das für Hinweise bereits eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt hatte, auch zwei Privatpersonen zusätzlich je einmal 5000 Euro sowie einmal 500 Euro als Belohnung ausgesetzt.

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Die Ermittlungen sowie kriminaltechnische Untersuchung am Tatort und die Abarbeitung sichergestellter Spuren im Labor wurden am Wochenende fortgesetzt. Es liegen erste Ergebnisse vor.

Gewissheit ist nun allerdings, dass Chiara und Sharon "durch vielfältige Gewalteinwirkung" starben. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der "tz" starben sie durch zahlreiche Stiche in den Hals und Oberkörper. Ob die massive Gewalt auf eine Beziehungstat hinweist? „Das ist derzeit nicht zu sagen“, sagte Polizei-Sprecher Wolfgang Wenger. Die Vorgehensweise läss jedoch häufig auf einen Täter schließen, der sehr emotional gehandelt hat und in irgendeiner Beziehung zu den Opfern steht.

Die Musikkneipe „Schabernack“: Das gelbe Haus im Hintergrund ist das Wohnhaus, in dem die Kinder getötet wurden.

Die "tz" berichtet außerdem, dass der Täter auf die Mädchen mit einem Gegenstand eingeschlagen haben muss - möglicherweise mit einer Hantel, die der Mörder vermitlich in der Wohnung fand. Polizisten hatten Anwohner zumindest nach einer solchen gefragt. Das Tatmesser, das die Kripo in der Wohnung sicherstellte, soll angeblich nicht aus dem Haushalt stammen.

Am Dienstag, 29. März (18 Uhr) findet ein ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die ermordeten Kinder in der katholischen St. Elisabeth-Kirche in Planegg statt. In dem Lokal wurde inzwischen der Betrieb wieder aufgenommen. Wie der Wirt erklärte, wolle er, dass seine Gäste sich über das tragische Geschehen austauschen könnten.

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Unterdessen geht die Spurensicherung am Tatort weiter. Die 20-köpfige Sonderkommission „Margarete“ befragt weiter das Umfeld der Familie und Besucher der Musikkneipe. Speichelproben wurden genommen und DNS-Material gesichert. Es gebe zwar „erste Erkenntnisse aus der Tatortarbeit“, mehr könne man aber „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen.

Die Polizei hat ihre Präsenz in Krailling ausgebaut. „Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist betroffen“, bestätigte Polizei-Sprecher Wolfgang Wenger. Sie könne sich nicht daran erinnern, dass es in der Gegend jemals ein so brutales Verbrechen gegeben habe, sagte Polizei-Sprecherin Claudia Haas. In den Schulen seien bereits Jugendbeamte im Einsatz gewesen.

In der Bevölkerung sorgt das Verbrechen weiter für Fassungslosigkeit. Mehrere Menschen standen auch am Sonntag trotz Regens tief betroffen vor dem Haus, in dem die Mädchen tot gefunden wurden. Nachbarn und Bekannte legten Blumen, Kuscheltiere, Kerzen und Briefe vor dem Haus ab. “Warum?“ stand auf Zetteln geschrieben oder “In Gedenken an zwei Engel“. 

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Auslobung: Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Von zwei Privatpersonen wurden zusätzlich je einmal 5000 Euro sowie einmal 500 Euro als Belohnung ausgesetzt.

Zeugenaufruf: Personen, die am Abend des 23. März bis zu den frühen Morgenstunden des 24. März im Bereich Krailling verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich an die Mordkommission München unter 089 / 29 10 - 0 oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden. Gleiches gilt für Personen, die sich am Samstag Abend in der Gaststätte "Schabernack" in Krailling aufgehalten haben.

weg/wö/coe/dop

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