Horror auf A8: Unbekannter wirft Pflasterstein auf fahrendes Auto

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Arbeiten auf 16 Quadratmetern

Kiosk-Betreiberin: „Ich kann blind sagen, wo was steht“

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Jeden fünften Kunden spricht sie mit Namen an: Hannelore Dinnebier in ihrem Mini-Kiosk im City-Point. 

Ein Kiosk ist mehr als nur ein Ort, an dem man Pommes, Zigaretten oder Bier kaufen kann. An den Buden und Läden treffen sich Menschen und kommen miteinander ins Gespräch. Hier erzählen wir eine Geschichte aus Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – 99 Prozent ihrer Kunden seien „ausgesprochen nett“. 20 Prozent spricht sie mit Vor- und Nachnamen an. Weshalb es in den vier Jahren, die Hannelore Dinnebier (60) den Mini-Kiosk im City-Point betreibt, „noch keinen Tag gegeben hat, an dem ich nicht gern hergekommen bin“. Für sie beginnt die Zwölf-Stunden-Schicht um 8 Uhr, wenn AEZ und Aldi öffnen. Auch dichtgemacht wird, wenn beide Supermärkte schließen. Doch erst weit nach 20 Uhr macht sich die Kiosk-Chefin auf den Heimweg in ihre Wohnung nach Gilching.

Knapp 16 Quadratmeter misst ihre Verkaufsfläche. So groß (oder eher klein) sind woanders Bad und WC. Weshalb im Zigaretten-Lädchen im ersten Moment alles ein bisschen chaotisch aussieht. Doch das scheint nur so. Denn Hannelore Dinnebier hat auch ohne Brille den perfekten Rundumblick: „Ich kann blind sagen, wo was steht.“ Für das, was bis zu drei Meter Höhe aufgestapelt ist (meist Tabakwaren mit etwas exotisch klingenden Markennamen, die eher selten verlangt werden), steht eine Leiter im Eck.

Wer nichts mit blauem Dunst am Hut hat, kommt wegen des Kaffees

Für die 60-Jährige hat sich das „Espressino“ als Glücksgriff erwiesen. Zuvor hatte Hannelore Dinnebier ein Hotel in Treuchtlingen betrieben und war Chefassistentin in der EDV-Branche. Die Chance zum Neustart in Bruck war eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn in Bruck geboren, war sie als Dreijährige mit ihren Eltern nach Franken umgezogen. Womit sich bei dem leidenschaftlichen Fußballfan auch die Liebe zu den „Clubberern“ in Nürnberg erklärt.

Wer nichts mit blauem Dunst am Hut hat, besucht Hannelore Dinnebier wegen des Kaffees. Die Tassen werden meist mit einem Happen Küchlein zum Probieren garniert. Für die kleinen Kunden gibt es einen Lutscher, für bellende Vierbeiner ein tierisches Leckerli. Die Runde der täglich kommenden Stammgäste, die sich sowohl im Sommer als auch hart gesotten im Winter draußen auf den fünf Freiluft-Tischen verteilt, wechselt stündlich. Die eine Clique sitzt um 9 Uhr da, die andere kommt frühnachmittags, während ein weiteres Klientel die Abendstunden bevorzugt. Was für alle gleich ist: Im Hintergrund dudeln Hit-Oldies. Denn bei Hannelore läuft Bayern1 von Geschäftsbeginn in Dauerschleife bis zur Absperrstunde.

Im Winter gibt‘s frisch geröstete Maroni – exklusiv in Fürstenfeldbruck

Im Dezember hat sie mit massiver Unterstützung ihrer treuen Kundschaft einen wichtigen Punkt bei einem Monopolisten gelandet: Lotto Südbayern hatte nach monatelangen Verhandlungen und beeindruckt von einer Unterschriftenliste grünes Licht für eine Annahmestelle gegeben. Das ist keineswegs selbstverständlich, wenn in unmittelbarer Nähe eine weitere ist. Zum großen Gewinntempel freilich hat sich das „Espressino“ noch nicht entwickelt. „Wir warten noch auf einen Volltreffer“, so die Inhaberin, der von einem Dauertipper aber „auf Ehr’ und Gewissen“ versprochen wurde, ihr im Falle einer erklecklichen Gewinnsumme einen Wintergarten zu finanzieren.

Apropos Winter und Garten: Wenn’s kalt wird, schleppt Hannelores Ehemann Hans seit zwei Jahren einen Maroni-Stand im Hänger heran und röstet die Köstlichkeiten vor der Geschäftstür. Ein Schmankerl, dass die Dinnebiers exklusiv in Fürstenfeldbruck anbieten. Doch das ist jetzt in Gefahr, denn der 86-Jährige kann nachts nicht mehr mit dem Auto fahren. Weshalb der Maroni-Stand daheim in der Gilchinger Garage bleiben müsste, sollte sich nicht ein Helfer mit Führerschein und Hänger-Erfahrung finden. Was aber bei Dinnebiers 99-prozentiger Bekanntheitsquote zu 100 Prozent ausgeschlossen scheint.

Diejenigen übrigens, die als Ein-Prozent-Minderheit durch das Lieblingskunden-Raster fallen, „kommen fast immer alle zusammen an einem Tag“. Und dann hat Hannelore meist frei.

„Mein Kiosk“ – eine Sommer-Serie des Fürstenfeldbrucker Tagblatts

Das „Espressino“ im City-Point Fürstenfeldbruck ist ein weiterer Teil der Serie „Mein Kiosk“. Außerdem hat das Brucker Tagblatt auch den Kiosk in der AmperOase in Fürstenfeldbruck, auch den Lokschuppen beim Fürstenfeldbrucker S-Bahnhof und den Kiosk am S-Bahnhof Buchenau vorgestellt.

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