Jetzt wurde die Lizenz entzogen

Grafinger Kiosk zockte Pendler ab

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Fürs Parken zuviel gezahlt haben dürften etliche Pendler in den vergangenen Tagen in Grafing-Bahnhof. Der Kiosk-Pächter hat die Preise für Monats- und Zehnerkarten zu seinen Gunsten manipuliert.

Grafing - Wer in Grafing-Bahnhof eine Zehnerkarte fürs Parken kaufen will, hat derzeit Pech: "Wir haben dem Kiosk die Verkaufsberechtigung für unsere P + R Monats- und Zehnerkarten entzogen", informierte die Park & Ride GmbH am Mittwoch per Flugblatt.

Der Grund dafür ist, „dass der Bahnhofskiosk Zehnerkarten zu einem erhöhten Preis verkauft hat“. Statt des gültigen Parkpreises von vier Euro seien 4,50 Euro verlangt worden. Auf der Rückseite sei dazu der aufgedruckte Preis „unkenntlich gemacht“ worden. „Dies war mit uns nicht abgesprochen und wird nicht geduldet“, werden die Benutzer des Parkplatzes auf dem Flugblatt informiert.

Laut Stefan Reinhold von der Park & Ride GmbH bekommen die Betreiber des Kioskes „eine Provision“. Diese Provision sei eigenmächtig erhöht worden, bestätigt auch der Grafinger Kämmerer Christian Bauer. Die Stadt wurde letzte Woche über den Vorgang informiert. „Der materielle Schaden ist zwar gering“, so Reinhold, „es ist aber klar, dass wir dagegen vorgehen und dem Einhalt gebieten“. Das Pachtverhältnis sei jedoch nicht gekündigt worden, informierte eine Sprecherin der Service GmbH der Deutschen Bahn.

Leidtragende des Vorfalles sind die vielen Pendler, die täglich einen der über 900 Plätze in Grafing-Bahnhof ansteuern. Zwar können dort am Automat Tagestickets gekauft werden. Die günstigeren Zehner- oder Monatskarten gibt es momentan aber nur im Grafinger Rathaus, „sowie über unsere zentralen Vertriebsstellen in den Kundencentern der MVG München am Hauptbahnhof, am Sendlinger Tor und ab Oktober wieder am Marienplatz“, so die Flugblattinfo. Schwacher Trost: „Vorübergehend können wir Ihnen P + R Monats- und Zehnerkarten ab einer Bestellmenge von drei Tickets auch postalisch gegen Rechnung zuschicken.“

„Es ist nicht unser Geschäftsgebaren, die Preise einfach zu erhöhen“, sagt Reinhold und verweist darauf, dass die Kosten für die Tickets „von Anfang an stabil“ geblieben seien.

Wie ist die eigenmächtige Erhöhung überhaupt aufgefallen? „Uns haben Kunden angerufen und darauf aufmerksam gemacht, dass wir unsere Homepage aktualisieren müssen“, so Reinhold. Beim zweiten und dritten Anruf dieser Art sei man dann hellhörig geworden. Die Pächter wurden zur Rede gestellt, hätten aber keine Erklärung geliefert.

Jetzt ist die P + R GmbH „bemüht, schnellstmöglich Ersatz zu schaffen“. Reinhold: „Der Verkauf vor Ort ist gerade in Grafing-Bahnhof mit seinen über 900 Stellplätzen wichtig.“

Die Parkentgelte werden für Unterhalt und Pflege verwendet. Allerdings reicht das eingenommene Geld nicht für den anfallenden Aufwand aus. Die Stadt Grafing übernimmt das entstehende Defizit, um das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs für ihre Bürger zu unterstützen, heißt es aus dem Rathaus.

Michael Seeholzer

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