Zettel gegen Parksünder

„Bei einer Wiederholung schiebe ich Ihre Sch***karre in den Gully“ - Unbekannter droht Anwohnern

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Michaela Konrad wollte nur ihren Einkauf in die Wohnung tragen. Als sie zu ihrem Auto zurückkehrte, fand sie einen Zettel an der Windschutzscheibe - mit einer klaren Botschaft.

Kirchheim - „Bitte parken Sie in Zukunft Ihren Blechhaufen so, daß Sie andere nicht behindern! Bei einer Wiederholung schiebe ich Ihre Scheißkarre in den Gully!“ Diesen Zettel fand Michaela Konrad an der Windschutzscheibe ihres Wagens in der Hausner-Straße in Kirchheim. Es ist nicht das erst Mal, dass so ein Zettel in der Nachbarschaft auftaucht.

Der Hintergrund ist dabei immer der gleiche. Viele der Anwohner nutzen einen Abschnitt des Gehwegs, nahe den Hauseingängen, als „sehr praktischen Parkplatz“ zum Be- und Entladen ihrer Autos, so Konrad. Dabei stehen die Fahrzeuge teilweise auf dem Gehweg, wie sie erklärt. Vor allem bei sperrigen Besorgungen, wie Getränkekisten, sei es einfach praktisch, so nah am Haus parken zu können.

Trotz Auto - es ist noch genügend Platz

Und normalerweise stört das auch niemanden. „Der Gehweg ist an dieser Stelle so breit, dass man wirklich niemanden behindert. Man kann problemlos vor oder hinter dem Auto vorbeigehen“, gibt sie zu bedenken. Ihr sei aber natürlich bewusst, dass das Parken auf dem Gehweg eigentlich nicht erlaubt ist.

Das weiß wohl auch ein verärgerter Anwohner. Immer wieder ermahnt er die „Falschparker“ per Zettel, dass sie ihr Auto dort nicht abstellen sollen. Selbst bei kurzen Parkzeiten kennt er kein Pardon. „Als ich meinen Zettel bekam, stand ich vielleicht 20 Minuten dort“, erzählt Konrad. Es sei aber auch schon vorgekommen, dass jemand über Nacht an der Stelle geparkt hat.

Bisher blieb es bei Drohungen

Mehr als die Androhungen auf den Zetteln ist noch nicht passiert, kein Auto musste aus einem Gully herausgezogen werden. Sorgen, dass die Drohungen umgesetzt werden und ein parkendes Auto einmal beschädigt wird, macht sich Konrad nicht.

„Ich fand das eher witzig“, erklärt sie lachend und fügt an: „Auch die übrigen Anwohner in der Siedlung nehmen das Ganze mit Humor.“ Und sie werden weiterhin den Parkplatz vor der Haustür nutzen - auch auf die Gefahr hin, dass sie wieder einen Zettel an der Windschutzscheibe finden werden.

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Thomas Benedikt

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