In Wolfratshausen

Kunst verletzt Bub (3): Stadt muss zahlen

Die Marmor-Skulptur.

Wolfratshausen/München - Ein Bub wurde schwer verletzt, als in Wolfratshausen eine Marmor-Skulptur auf ihn stürzte. In dem Prozess gegen die Stadt, die für die Behandlungskosten aufkommen sollte, steht nun das Urteil fest.

Die Stadt Wolfratshausen muss Behandlungskosten für einen kleinen Buben zahlen, der von einer umkippenden Marmorskulptur schwer verletzt wurde. Das Oberlandesgericht München bestätigte gestern ein entsprechendes Urteil des Landgerichts. Die Stadt muss der Krankenversicherung 20 000 Euro und eventuelle Folgekosten zahlen.

Der damals dreijährige Bub war im März 2011 vor der Loisachhalle von einer etwa 300 Kilogramm schweren Skulptur am rechten Bein getroffen worden. Die beiden Eisenfüße des Kunstwerks waren mit einer Grundplatte verschweißt. Als die Eisenstreben infolge von Korrosion brachen, kippte die Skulptur um. Nach dem Ergebnis der Unfalluntersuchung war Wasser in einen offen gebliebenen Spalt eingedrungen, was hätte vermieden werden können.

Das OLG sagt, die Stadt hätte „wenigstens nach dem ersten Winter“ die Standfestigkeit der Skulptur prüfen müssen. Diese habe nicht in einem unzugänglichen Bereich gestanden. Der Vorsitzende Richter Thomas Steiner ließ keine Revision zu. Die Eltern des Buben wollen die Stadt Wolfratshausen nun auf Schmerzensgeld verklagen.

tz 

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