"Umweltschonende Geothermie" als Plan B

Kohlekraftwerk Unterföhring: ÖDP will Stilllegung 2022

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Das Heizkraftwerk Nord ist jährlich für mehr Emissionen verantwortlich als der gesamte Münchner Verkehr.

München - Raus aus der Steinkohle! Die ÖDP hat gestern ein Bürgerbegehren gestartet. Demnach sollen die Stadtwerke bis 2022 das Kohlekraftwerk in Unterföhring stilllegen.

Bisher könnte es technisch bis zum Jahr 2035 laufen. 40 Organisationen haben sich bisher der ÖDP-Forderung angeschlossen. Weitere sollen folgen.

„Wir sind der Überzeugung, dass die Münchner lieber einen sofortigen Umstieg auf die umweltschonende Geothermie wünschen, als jährlich 800.000 Tonnen Steinkohle aus aller Herren Länder nach München zu transportieren“, sagt Kampagnenleiter Michael Schabl. Funktionieren soll der Ausstieg, indem jedes Jahr eine neue Geothermie-Anlage in Betrieb geht.

Bisher kaufen die SWM Kohle aus Russland und Nordamerika. Damit werden in München rund 60 Prozent der Wärme in der Stadt produziert. Dafür stößt das Kraftwerk allerdings jedes Jahr mehr CO² aus als der gesamte Verkehr in der Landeshauptstadt zusammen. Mithin ist das Werk für 17 Prozent der Luftbelastung verantwortlich – obwohl es laut Greenpeace als eines der modernsten Kraftwerke in Deutschland gilt.

Für die Schadstoffe müssen die Stadtwerke sogenannte CO²-Zertifakte erwerben. Der finanzielle Aufwand ist verschwindend gering. Tatsächlich gilt das Werk in Unterföhring als „Cash-Cow“. Es ist abbezahlt, einzig die Kohle und die Mitarbeiter verursachen Kosten. Doch wie lange noch? Denn ab 2020 sollen die CO²-Zertifikate erheblich teurer werden, sagt die ÖDP. Die Stadtwerke liefen Gefahr, Millionen-Verluste zu machen, wenn bis dahin nicht die Geothermie als Alternative ausgebaut ist.

Die ÖDP will bis Juni die notwendigen 30.000 Unterschriften gesammelt haben. Weitere Infos auf der Homepage www.raus-aus-der-steinkohle.de.

ska

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