Kokain in Holland bestellt: Knast

Geretsried/München - Einmal versucht, gleich aufgeflogen: Zwei Geretsrieder bestellten eine große Menge Kokain aus Holland – und müssen jetzt ins Gefängnis. Die Lieferanten sitzen noch länger hinter Gitter.

Eine Drogenbande, bestehend aus zwei Geretsriedern, zwei Österreichern und einem Bad Reichenhaller, wurde gestern vom Landgericht München II zu Haftstrafen verurteilt. Die zwei 38 und 32 Jahre alten Männer aus Geretsried entpuppten sich dabei noch als die kleinsten Lichter. Ein 38-jähriger Kfz-Lackierer aus Bosnien-Herzegowina muss zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis, weil er in der Stadt 250 Gramm Kokain verkaufen wollte. Sein Komplize, ein griechischer Maschinist, kommt wegen der selben Tat für zwei Jahre in Haft – er war noch nicht vorbestraft.

Im Laufe des Prozesses einigten sich alle darauf, dass nur noch einer von drei angeklagten Punkten zur Debatte stand. Dabei ging es um eine große Fuhre Drogen aus den Niederlanden. Im Juni 2010 machten die beiden Geretsrieder mit den beiden Österreichern (33 und 36) aus, dass ihnen diese 250 Gramm Kokain von guter Qualität für einen Preis von 10 000 Euro besorgen sollten. Die Männer aus dem Landkreis gaben ihren Lieferanten auch schon mal einen Batzen Geld, um die Drogen vorzufinanzieren.

Vermutlich am 23. Juni fuhren die beiden Österreicher nach Holland, wo sie sich mit ihrem Kontaktmann trafen. Auch ihren Kurierfahrer, ein 64-jähriger Außenhandelskaufmann, hatten sie zum Treffpunkt bestellt. Ein Hintermann streckte schließlich ein halbes Kilo reines Kokain mit Mannit (ein Zuckeralkohol) – die Österreicher kauften für 30 000 Euro zwei Päckchen zu je 500 Gramm. Mindestens ein Viertel davon war für die Geretsrieder vorgesehen, der Rest für unbekannte Abnehmer. Die Österreicher übergaben das Rauschgift an den Kurierfahrer, der es nach Geretsried transportieren sollte. Dort warteten die Abnehmer schon ungeduldig und dirigierten ihn telefonisch in Richtung Stadt – die Geretsrieder sollten 50 bis 55 Euro pro Gramm zahlen.

Doch der große Coup platze, noch ehe er begonnen hatte: Die Polizei stoppte den Kurierfahrer an der Autobahnausfahrt Wolfratshausen und entdeckte das Kokain unter dem Rücksitz. Die Beamten waren den Drogenhändlern über eine Telefonüberwachung auf die Schliche gekommen. Die beiden Rädelsführer aus Österreich sowie der Kurierfahrer müssen jeweils vier Jahre und zehn Monate hinter Gitter.

Nina Gut

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